224 Flüchtlinge werden auf dem Wohnschiff leben

Das Wohnschiff „Transit“ hat am Kanalplatz festgemacht. Hinter den Kulissen wird über eine Verlegung an einen anderen Ort im Binnenhafen verhandelt. Foto: c. kraft

Belegung startet Anfang Februar

In Hamburg fehlen Unterbringungsplätze für Flüchtlinge. Der Bedarf ist so groß, dass sogar Wohnschiffe wieder zur Option geworden sind. Am Lotsekai im Binnenhafen hat jetzt das Wohnschiff „Transit“ festgemacht. Der Bezirk hatte bis zuletzt vergeblich versucht, ein Wohnschiff an diesem Standort zu verhindern.

Wie viele Flüchtlinge werden auf dem Wohnschiff leben? Das Schiff verfügt über 110 Doppel- und vier Einzelkabinen, also über eine Kapazität von maximal 224 Personen.

Wie groß sind die Unterkünfte? Gibt es auch Wohnraum für Familien? Die Doppelkabinen sind jeweils etwa zwölf Quadratmeter groß. Die Kabinen sind zum Teil mit Verbindungstüren ausgestattet, die eine flexible Nutzung von bis zu drei Kabinen gemeinsam erlauben, so dass auch Familien untergebracht werden können.

Wo wird auf dem Wohnschiff gegessen? Können die Bewohner sich selbstständig Essen kochen? Die „Transit“ verfügt über 13 gemeinschaftlich genutzte Küchen. Dort können sich die Bewohner ihre Mahlzeiten selbst zubereiten.

Wie viele Waschräume, Duschen und Toiletten sind vorhanden? Auf jedem der drei Wohndecks befinden sich jeweils zwei Duschräume und zwei Toilettenräume - jeweils mit mehreren Kabinen- für die Bewohner. Die Benutzung ist nach Geschlechtern getrennt. Zusätzlich stehen Toiletten und Sanitärräume für die Mitarbeiter von fördern & wohnen zur Verfügung.

Wie viele Betreuer werden vor Ort sein? Bei einer Einrichtung mit 224 Plätzen stehen 2,75 Stellen Unterkunfts- und Sozialmanagement und 1,5 Stellen technischer Dienst bereit. Die Mitarbeiter des Unterkunfts- und Sozialmanagements sind werktags tagsüber anwesend. Sie verfügen über sozialarbeiterische oder sozialpädagogische Qualifikationen, haben häufig Fremdsprachenkenntnisse oder sind Muttersprachler einer nicht-deutschen Sprache und haben in vielen Fällen selbst Migrations- oder Fluchterfahrung. Zusätzlich ist auf der „Transit“ ganztägig ein sogenannter „Bargemas-ter“ an Bord, der für die Sicherheit des Schiffes verantwortlich ist.

Wann soll die Belegung starten? Anfang Februar.

Wird das Wohnschiff innerhalb des Binnenhafens noch verlegt? „Der Bezirk hat angekündigt, eine Alternative zu prüfen. Das Ergebnis dieser Prüfung wurde uns bislang nicht mitgeteilt. Deshalb richten wir uns gegenwärtig darauf ein, dass das Schiff am Kanalplatz liegen bleibt“, sagt Behörden-Sprecher Marcel Schweitzer.

Welche Harburger Schulen sollen schulpflichtige Flüchtlinge besuchen? Die schulpflichtigen Kinder werden an einer geeigneten Schule, möglichst in Wohnortnähe, in eine Basisklasse oder eine Internationale Vorbereitungsklasse (IVK) aufgenommen. Unterricht auf dem Schiff ist nicht vorgesehen.


Wohnschiff
„Transit“

Für das Wohnschiff entstehen monatliche Kosten in Höhe von 122.670 Euro (Charter, Herstellung Liegeplatz, Bargemaster). Verbrauchsabhängige Kosten wie Wasser, Abwasser, Strom und Gas kommen noch hinzu.
Ausstattung und Einrichtung des Wohnschiffs sollen sich nicht von denen einer Unterkunft an Land unterscheiden.
Die Unterbringung von Flüchtlingen auf einem Wohnschiff ist teurer als an Land. Denn zusätzlich zu der Miete und den Nebenkosten, sowie dem Sozialraummanagement muss auch noch der Bargemaster (ein „Hausmeister“, der rund um die Uhr vor Ort sein muss) bezahlt und für ein Schiff besondere Versicherungen abgeschlossen werden.
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Lothar Jakob aus Wilhelmsburg | 16.01.2015 | 16:01  
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