20 gesunde Babys im Jahr

Die Elbhebammen Kira Köller, Ricarda Sitan, und Anna Zahn (v. li.) haben alle Hände voll zu tun. Selbstverständlich auch hier zur Welt gekommen ist Paulina, die einjährige Tochter von Anna Zahn. Foto: sl

Die Elbhebammen aus Harburg feiern fünften Geburtstag

Der Bedarf sei groß, waren die beiden Hebammen Ricarda Sitan und Anna Zahn vor fünf Jahren überzeugt, als sie in dem kleinen Hinterhof in der Neuen Straße das Geburtshaus, die „Elbhebammen“, eröffneten. Wie groß der Bedarf tatsächlich ist, konnten die beiden sich damals kaum vorstellen. Inzwischen ist das Team auf fünf Hebammen angewachsen und gemeinsam betreuen sie werdende Mütter aus ganz Hamburg und Umgebung. „Die Frauen kommen aus Orten hinter Buxtehude und aus Horn“, berichtet Ricarda Sitan.

Wirklich überrascht ist sie nicht von dem Zulauf: „Die Geburten in Krankenhäusern werden immer technischer. Die Rate an Kaiserschnitten steigt kontinuierlich an, weil die Haftungsfrage dabei viel einfacher ist, als bei konventionellen Geburten – die Frauen unterschreiben ja vorher alles.“ Außerdem haben viele Hebammen ihren Job aufgegeben, weil die Beiträge für die erforderliche Haftpflichtversicherung stark angestiegen waren.

Gut 20 Babys bringen sie in dem Geburtshaus pro Jahr zur Welt, inklusive der Betreuung während der Schwangerschaft und der Nachsorge. Die Verlegungsrate ins Krankenhaus liegt bei 20 Prozent. „In diesen Fällen sind wir der Meinung, dass bei der Geburt ein Kinderarzt dabei sein sollte“, sagt Ricarda Sitan. Alle anderen bringen in der entspannten Atmosphäre des Geburtshauses ihre Kinder zur Welt.

Darüber hinaus bieten die Elbhebammen auch verschiedene Kurse wie beispielsweise Yoga für Schwangere, Rückbildung, Spielkurse für Babys oder windelfreie Erziehung an. Geplant sind im nächsten Jahr auch Kräuterkurse, „denn die Natur bietet direkt vor unserer Haustür so viele phantastische Möglichkeiten der sanften Heilung“, ist Ricarda Sitan überzeugt.

Für die Zukunft wünschen sich die Elbhebammen noch mehr gesunde Kinder und „mehr Respekt von Seiten der Politik und der Krankenkassen für unseren Job“, sagt Anna Zahn.
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