1:0 für die Hilfsbereitschaft

Zwei Mal in der Woche kicken die Flüchtlinge bei der FSV Harburg-Rönneburg auf dem kleinen Kunstrasen auf dem Sportplatz Außenmühle. Foto: pr

Bei der FSV Harburg-Rönneburg spielen minderjährige
unbegleitete Flüchtlinge Fußball und Volleyball

olaf zimmermann, harburg

Andere reden, die FSV Harburg-Rönneburg tut etwas. „Unsere Aufgabe ist es, den Flüchtlingen im Rahmen unserer Möglichkeiten bestmöglichst zu helfen, ohne wenn und aber“, sagt FSVHR-Geschäftsführer Olaf Preuß. Seit drei Wochen können die minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge aus der Unterkunft Nöldekestraße zwei Mal in der Woche bei der FSVHR Fußball spielen. Als
Coach steht Vereinsmitglied Deniz Akyol bereit. Außerdem kümmert sich Maria Louro-Uder, Integrationsbeauftragte der FSV, um die Jugendlichen. „Die schnelle Hilfe ist wichtig“, so Olaf Preuß, „bei uns können sich die Jungen austoben.“
In der Unterkunft Nöldekestraße leben ausschließlich unbegleitete männliche Jugendliche im Alter zwischen 15 und 18 Jahren. Preuß: „Als von zwei Sozialarbeitern aus der Einrichtung die Anfrage kam, ob sie den Sportplatz für ihre Jugendlichen nutzen können, war für uns gleich klar, dass wir hier konkret sofort mit eigenen materiellen und personellen Mitteln unterstützen müssen.“
Aus dem Bezirksamt kam von Sportreferent Andreas Reinhardt schnell grünes Licht, und auch Platzwart Thomas Gaedtke hilft. Ergebnis: Jetzt spielen fast 30 Jugendliche dienstags und donnerstags ab 19.30 Uhr auf dem kleinen Kunstrasenplatz auf dem Sportplatz Außenmühle.
Die jungen Flüchtlinge müssen keinen Beitrag zahlen. „Darauf verzichten wir im Moment“, so Preuß. Zuschüsse können beim Hamburger Sportbund beantragt werden. Für Sportangebote für Flüchtlinge stehen dort 140.000 Euro zur Verfügung.
Was passiert, wenn sich ein Flüchtling beim Fußball verletzt? Olaf Preuß: „Dafür haben wir eine Nicht-Mitglieder-Versicherung.“
Nur auf Fußball-Training will der FSV Harburg-Rönneburg seine Unterstützung nicht begrenzen. Inzwischen gibt es auch eine Volleyball-Gruppe. „Wir wollen uns mit jedem einzelnen beschäftigen und gucken, wir wie bei der Integration helfen können. Eventuell kommen Paten aus dem Verein“, erzählt der Geschäftsführer, „aber das muss sich entwickeln.“
Wer beim Training unterstützen oder eine Gruppe trainieren möchte, kann sich an Olaf Preuß wenden: Tel 0173/64 64 033 oder per E-Mail an op1893@t-online.de


Hintergrund
Nach Auskunft der Sozialbehörde sind derzeit 70 junge Flüchtlinge in der sogenannten „Erstversorgungseinrichtung Nöldekestraße“ untergebracht. Sie stammen mit wenigen Ausnahmen überwiegend aus Afghanistan und dem östlichen Afrika, das Durchschnittsalter liegt bei rund 16 Jahren.
Die durchschnittliche Verweildauer liegt hier aktuell bei knapp vier Monaten. Die Betreuung in Erstversorgungseinrichtungen endet aus verschiedenen Gründen, etwa weil die Jugendlichen volljährig werden oder eine Anschlussmaßnahme in einer anderen Einrichtung folgt. Einige Jugendliche verlassen die Erstversorgungseinrichtungen ohne Angabe von Gründen und kehren nicht zurück. „Sie reisen dann in skandinavische Länder weiter, wie sich vielfach später herausstellt“, so Behörden-Sprecher Marcel Schweitzer.
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