Zwei Trainer mit fast weißer Weste

Das Wilhelmsburger Trainergespann Alexander Reckewell (r.) und Ihsan Calisgüven und seine weißen Polo-Shirts.

Fußball: Aufsteiger SV Wilhelmsburg zeigt Heimstärke.

Von Waldemar Düse. Der Satz gehört wie in Stein gemeißelt zum Standard-Repertoire eines jeden Fußballtrainers. Zuerst müssen wir mal unsere Heimspiele gewinnen und dann schauen, dass wir auch auswärts punkten.“
Der Oberliga-Aufsteiger FC Süderelbe besteht den Praxis-test dieser Fußballweisheit mühelos: Die Mannschaft von
Trainer Jean-Pierre Richter ist in ihren bisherigen drei Begegnungen auf dem Kiesbarg noch ohne Punktverlust geblieben. Noch einen Beweis gefällig: Spieler und Trainerteam des Landesliga-Absteigers SV Wilhelmsburg laufen zwar nicht in blütenweißen Westen herum, aber immerhin in schicken weißen Trikots und Polo-Shirts. Passend dazu die derzeitige Heimbilanz des Tabellenzweiten der Bezirksliga Süd: Drei Heimspiele, drei Heimsiege.
Doch der Fußball wäre nicht der Fußball, wäre er nicht voller Überraschungen. Ein noch nicht einmal im Ansatz gelöstes Rätsel ist in dieser Hinsicht die Landesliga Hansa. Vier der dort vertretenen fünf Südklubs weisen eine wesentlich bessere Auswärts- als Heimbilanz auf.
Besonders bemerkenswert sind die bisherigen Auswärtsauftritte des Aufsteigers Dersimspor: Die Harburger haben ihre drei bisherigen Partien auf gegnerischen Plätzen alle gewonnen. Krass ist dagegen der scheinbare Bammel vor der heimischen Baererstraße: Nur ein einziger Punkt wurde dort bislang ergattert.
Auch Kosova scheint von diesem bislang unbekannten Virus befallen: An der Dratelnstraße gab es drei Zähler aus drei Spielen, auswärts dagegen schon sechs aus drei. Und der Tabellenvorletzte FTSV Altenwerder ergatterte seine bislang einzigen drei Saisonpunkte auswärts. Selbst der Meisterschaftsfavorit und derzeitige Tabellendritte FC Türkiye hat von seinen 13 Punkten sieben auf fremden Anlagen und nur sechs an der Landesgrenze errungen.
Einzig der HTB hat sich von diesem Virus noch nicht anstecken lassen und weist eine ausgeglichene Heim/Auswärtsbilanz auf. Das wird den Aufsteiger allerdings alles andere als trös-ten. Das Schlusslicht steht nach den bisherigen sechs Saisonspieltagen als einziger der 32 Landesligisten noch punktelos da. Einen kleinen Trost gibt es aber dennoch: Bekanntlich wäre der Fußball nicht der Fußball, wäre er nicht voller Überraschungen.
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