Zehn erstaunliche Jahre

Der SVer Karl Schütt wird in die NFV-Auswahl berufen und gehört zur Mannschaft, die 1929 das Bundespokal-Finale gegen Brandenburg mit 1:4 verliert. Foto: Sammlung Düse

Die Geschichte des SV Harburg.

Von Waldemar Düse.
Der Kampf um die Vorherrschaft im deutschen Sport hat zwischen zwei erbitterten Rivalen unüberbrückbare Gräben aufgerissen: Als sich der Deutsche Fußball-Bund und die Deutsche Turnerschaft 1923 trennen, hat das auch in Harburg Konsequenzen: Ehemalige Mitglieder der Spielabteilung des MTV und des HTB gründen 1924 den SV Harburg, in dem fortan Fußball, Handball und Faustball gespielt werden.
Viele herausragende Harburger Fußballer ziehen in den kommenden zehn Jahren das schwarze Trikot mit dem eleganten weißen Kragen, die weiße Hose und die schwarzen Stutzen an: Richard Dörfel, Willi Prigge, Karl und Willi Schütt und Mittelstürmer Seppl Senft kommen vom MTV, vom HTB „Motte“ Jobmann, die Gebrüder Erwin und Rudolf „Schrubke“ Klimpel und Willi Spreine, später noch Artur Koch und Paul Weber. Den Kasten hütet lange Zeit Willy Borbe. Ferner gehören noch Rudolf Dreyer, Hans Schärfl, Walter Dening, Gustav Klevesath und Ewald Penzke und irgendwann auch ein kleiner, schmächtiger, junger Mann dazu. Mit seinem Namen konnte damals noch niemand etwas anfangen, was sich aber bald ändern sollte: Rudi Noack.
Die Truppe macht schnell Furore. Einmal Zweiter, Dreimal Dritter und Fünfter werden sie in der Norddeutschen Liga Nordhannover. Der erste Platz 1929 zählt noch nicht. Der Norddeutsche Fußballverband (NFV) streitet mit seinen großen Klubs ums Geld. Der NFV-Spielbetrieb muss Ende 1928 eingestellt werden. „Meister“ nach Spielen nur gegen Borussia, Rasensport, Viktoria Wilhelmsburg und Viktoria Harburg . . . na ja.
Im Sommer 1931 wird der SV Harburg mit einem Punkt Vorsprung vor Viktoria Wilhelmsburg dann „richtiger“ Meister. Im Achtelfinalspiel um die Norddeutsche Meisterschaft siegt Harburg 6:4 gegen den SC Victoria. Ein schmächtiger junger Mann schenkt den Hamburgern fünf der sechs Tore ein. Kurz darauf wechselt Rudi Noack zum HSV und wird später Nationalspieler.
Als die Nazis die Sportverbände „gleichschalten“ endet auch die Geschichte des SV Harburg, der sich am 21. März 1933 dem HTB anschließt.
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