Wo bleibt der Pfeffer?

Irgendwo zwischen gut und schlecht: Mia Meyer ruderte in Leipzig ohne Pfeffer.

Die Kolumne von Mia Meyer.

Gerade noch rechtzeitig kam ich auf Gleis 2 am Fernbahnhof an. Zu Hause hatte ich mir für das Einpacken meiner Sportsachen etwas viel Zeit gelassen, so dass ich mein Frühstück auf dem Weg zum Bus herunterschlang und diesen dann auch noch knapp verpasste.
Zu meinem Leidwesen fuhren natürlich, ausgerechnet wenn ich es eilig habe, keine S-Bahnen Richtung Hauptbahnhof. Und so fand ich mich neben leicht genervten Passanten, den Schlaf noch ins Gesicht geschriebenen, gähnenden Gestalten und übermäßig gut gelaunten Frühaufstehern auf den Metronom wartend wieder.
Auf die Minute genau kam ich an der Alster an, um von dort aus mit einem Hamburger Verein weiter Richtung Leipzig zu fahren. Die Frühjahrslangstre-cke über sechs Kilometer war unser Ziel. Vor Ort wurden wir von leichtem Hagel empfangen und starke Windböen machten mir beim Training auf dem Wasser das Vorankommen schwer. Glücklicherweise wandelte sich der Sturm über Nacht zu leichtem Schiebewind und Sonnenschein. Nahezu perfekte Bedingungen, um eine gute Zeit abzuliefern.
Ich ging die ersten Kilometer locker an, wollte mich nicht schon zu Beginn zu sehr belas-ten. Lieber sparte ich mir etwas Kraft für das Ende auf. Ein fataler Fehler. Zu spät entschloss ich mich, die Reserven zu nutzen. Es fehlte der Pfeffer, oder auch der „Bums an der Kelle“, wie mein erster Trainer immer zu sagen pflegte. Zwar kam ich völlig erschöpft im Ziel an, wusste aber, dass ich über die Strecke mehr herausholen kann. Meine Platzierung lag im Mittelfeld, irgendwo zwischen „Gut“ und „Schlecht“. Eine Enttäuschung meiner eigenen Erwartungen, aber der Nervenkitzel sorgte trotzdem für ausreichend Spaß.

Mia Meyer (17) geht in die zwölfte Klasse des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in Harburg und ist Leistungssportlerin im Ruderclub Süderelbe (http://www.rc-suederelbe.de). Was sie in ihrer Sportlerkarriere und auf dem Weg zum Abitur in diesem Jahr alles erlebt, steht in ihrer Kolumne im Wochenblatt zum Wochenende.
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