„Wir sind überwältigt“

Zwei, die viel für den Hamburger Betriebssport getan haben: Heidi und Jörn Jenke. Foto: mg

Schiedsrichter-Funktionäre Heidi und Jörn Jenke hören auf.

Von Matthias Greulich. Sie wollen in Zukunft mehr Zeit für ihre Enkelkinder haben: Heidi (70) und Jörn Jenke (73) haben aufgehört, ehrenamtlich für den Fußball-Schiedsrichterausschuss (SRA) des Betriebssportverbandes Hamburg zu arbeiten. Damit geht eine Ära zu Ende: Jörn Jenke war 55 Jahre Schiedsrichter, davon 30 Jahre im Ausschuss.
Als Zehnjähriger hatte Jörn Jenke beim TSV Veddel begonnen, Fußball zu spielen. Schon mit 17 rückte das Talent in die Erste Mannschaft des Klubs auf, der später zum TSC Viktoria Wilhelmsburg-Veddel und anschließend zum SV Wilhelmsburg fusionierte.
Im SRA setzten sich die Jenkes für ihre Schiedsrichter ein. Immerhin 225 Betriebssportmannschaften spielen montags ihre Punktspiele, rund 60 Schiedsrichter hat Jenke dafür jede Woche angesetzt. Das Ehepaar, seit über 35 Jahren glück-lich verheiratet, war auch im SRA ein ideales Team. Jörn war Vorsitzender, Heidi Jenke fungierte als Beisitzerin und kümmerte sich um all den anfallenden Schriftverkerkehr.
Zum Abschied der beiden gab es einen großen Empfang in der Geschäftsstelle des Betriebssportverbandes in der Wendenstraße. Aus Berlin war Uwe Tronnier, Präsident des Deutschen Betriebssportverbandes angereist. Er hatte die silberne und goldene Ehrennadel im Gepäck. Jörn Jenke hatte sie bereits 1992 und 1994 erhalten – da hieß der Verband noch Bund Deutscher Betriebssportler. „Ich bin überwältigt!“, sagte der leidenschaftliche Funktionär, dem ansonsten nur selten die Worte fehlen.
Im Gegenteil: Der gebürtige Veddeler, der auch für seinen ehemaligen Arbeitgeber Norddeutsche Affinerie große Fußballturniere organisierte, hat immer gesagt, was er dachte. Als Fußballer schwärmte er von gemeinsamen Spielen mit Felix Magath, Peter Nogly und „Manni“ von Soosten von der FSV Harburg. Als Schiedsrichter pfiff der HSV-Fan im Volksparkstadion ein Vorspiel der Hamburger mit Kevin Keegan gegen Southampton. „Es spielten BP Hamburg gegen eine Mannschaft der britischen Rheinarmee“, erinnert sich Jörn Jenke.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.