„Wir haben die Seuche“

Peter Lemke ist derzeit mehr als „Medizinmann“ denn als Trainer gefordert. Foto: Düse

Fußball: Die Kreisligakicker von Grün-Weiss II sehnen die Winterpause herbei.

Von Waldemar Düse. Es wird nicht viele geben, die dem über Hamburg tobenden Orkan Xaver auch etwas Gutes abgewinnen können. Peter Lemke ist einer von ihnen. „Wir schauen jeden Tag zum Himmel und hoffen, dass der ein Einsehen mit uns hat“, sagt der Trainer des Fußball-Kreisligisten Grün-Weiss II. Gemeint ist: Er soll nur so stark toben, regnen und schneien, dass nicht gespielt werden kann.
Momentan spürt die Mannschaft auf Rang 13 nämlich die Abstiegsangst im Nacken. Auf das noch ausstehende Nachholspiel am 15. Dezember gegen den FTSV Altenwerder II würden Lemke und seine Spieler gern verzichten, denn: „Wir haben die Seuche, unsere Situation könnte besser sein.“ Grün-Weiss II hat die Seuche in Form einer langen Liste von schwerer verletzten Akteuren, die zum Teil monatelang pausieren mussten oder müssen. Zuletzt hat es beim 2:4 bei Mesopotamien Torhüter Yul Wiegand (Knochenabsplitterung im Brustbereich) und Marcel Elvert (doppelter Schlüsselbeinbruch, Operation) erwischt.
„Einige meiner Spieler sind auch trotz ihrer Verletzungen angetreten und ich war zu ständigen Umstellungen gezwungen. Wir sehnen einfach die Pause herbei“, so der Grün-Weiss-Trainer. Zudem wurden zwei Akteure an die Bezirksligamannschaft abgegeben, der es „seuchenmäßig“ nicht viel besser ergangen sei.
Aus diesen Gründen findet Lemke sein Team in vielen Partien auch „unter Wert geschlagen. Zwischendurch hatten wir sogar eine kleine Serie guter Spiele.“ Angesiedelt sieht er seinen kompletten Kader „eigentlich zwischen Platz sechs und acht.“ Und er gibt sich zuversichtlich, diese gesicherten Regionen im weiteren Saisonverlauf auch zu erreichen. „Der Kader ist trotz unserer Situation motiviert und steht zusammen. Alle ziehen mit“, blickt Lemke zuversichtlich in die Rü-ckserie. Für die nahe Zukunft setzt Lemke nicht nur auf das Klima. Im tristen Dezemberwetter-Ekel sorgt die Rückkehr von Keeper Timo Friedrichsen ins Training für eine kleine Aufhellung in der Düsternis der Scharfen Schlucht. Friedrichsen hatte sich in der Frühphase der Saison in der Begegnung gegen Mesopotamien einen Bänderriss zugezogen, ist aber jetzt soweit wieder hergestellt, dass er nicht mehr auf den Himmel hoffen muss.
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