Weiter mittendrin statt nur dabei

Ingo Brussolo: Als Spieler ein Knipser, jetzt wieder auf der Trainerbank. Foto: Düse

Ingo Brussolo bleibt Co-Trainer beim Landesligisten Kosova.

Von Waldemar Düse. Ein wenig kokettiert er schon damit, sich selbst untreu geworden zu sein. „Entgegen aller meiner Vorsätze werde ich auch in der kommenden Saison weitermachen“, sagt Ingo Brussolo. Soll heißen: Auch im nächsten Spieljahr wird er als Co-Trainer an der Seite von Trainer Thorsten Beyer weiter beim Fußball-Landesligisten Kosova arbeiten. „Ich habe fast eine Woche lang überlegt, ob ich meinen Vertrag verlängere.“
Im November wird Harburgs Fußball-Institution 60 Jahre alt und ist immer noch am liebsten mittendrin statt nur dabei. „Ich habe hier viele Freiräume und kann das machen, wozu ich Lust habe“, begründet er seinen Entschluss, der die meisten nicht allzu sehr überraschen wird.
Seitdem er Anfang Dezember zur Unterstützung Beyers bei den Wilhelmsburgern eingestiegen ist, sei er zu einer Art Vaterfigur geworden, sagt Brussolo mit hörbarem Stolz in der Stimme. „Ich bin vor den Spielern super aufgenommen worden.“ Gerade aus diesem Grund habe er alle mit ins Boot holen wollen, was bislang hervorragend geklappt habe.
„Ich bin nun der Diplomat und verkörpere im Tandem eher das Weiche.“ Ingo Brussolo wird sich darüber im Klaren sein, dass viele bei dieser Aussage herzhaft lachen werden. Den etwas härteren Part gibt Thorsten Beyer, „aber zwischen uns passt kein Blatt Papier“, betont Brussolo.
Die möglichen Lacher werden Ingo Brussolo aber nicht anfechten, denn die Perspektive des Projekts hat es ihm angetan. Aus Brussolos Worten ist sogar eine zarte Aufbruchstimmung herauszuhören. Zukünftig soll der Klub Kosova nach dem Willen von Klub-Boss Arton Mazrekaj „ambitionierten Erfolgsfußball“ spielen. Und wohin der über kurz oder lang führen soll – auch daraus wird bei den Wilhelmsburgern kein Geheimnis gemacht. „In die Oberliga . . . und dabei den freundlich & fair-Preis gewinnen.“
Besonders Letzteres ist Mazrekaj wichtig. Er baut daran, seinen Herzensklub zu einem gut aufgestellten, geachteten Mitglied in Hamburgs Fußball-Oberhaus zu machen. Dabei will Brussolo ihm helfen. Außer im Sommer, wenn er für vier Wochen in seinen geliebten Sommerurlaub aufbricht. Soviel Freiheit muss sein.
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