Verlangen nach Kontinuität

Inspiration durch den Gold-Achter: Mia Meyer hat die Erfolgsfahrt im englischen Eaton vor dem Fernseher verfolgt, nun steigt sie wieder voll ins Training ein.

Die Kolumne von Mia Meyer.

Weich, leicht gebräunt, keine Blasen, keine Hornhaut, keine festen Stellen dort, wo sie nicht hingehören. In acht Wochen ohne Rudertraining kann man so schöne Hände bekommen.
Doch damit ist jetzt wieder Schluss. Vorbei ist die Schonzeit und die Sommerpause, in der ich vielen anderen Dingen nachgegangen bin, nur nicht dem Rudern. Einige Sporteinheiten die Woche ließen sich nicht vermeiden, dafür ist die Trainingslust zu stark, aber aushalten lässt es sich doch eine lange Zeit, nicht im Boot zu sitzen.
Doch jetzt hat mich die Trainingsroutine zurück in den Alltag geholt. Alltag ist das, was nach dem Abitur fehlt, mir aber hilft, durch seine Kontinuität Struktur in meinen Tag zu bringen. Es gibt Tage, an denen ich weder eine Verabredung noch irgendeinen Termin geplant habe. Wenn das der Fall ist, schiebe ich jede Kleinigkeit lange vor mir her, mit der vermeintlichen Ausrede, noch so viel Zeit zu haben. Meistens komme ich dann zu nichts.
Ich liebe und brauche am Abend das Gefühl, etwas geschafft zu haben. Sei es, meine Studienplanungen voranzubringen, mein Trainingsziel zu erreichen oder mit Freunden einen schönen Tag zu verbringen. Rudern schafft Kontinuität und dafür nehme ich die Blasen an den Händen gerne in Kauf.

Mia Meyer (18) ist Abiturientin des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in Harburg und Leistungssportlerin im Ruderclub
Süderelbe (Internet http://www.rc-suederelbe.de). Im nächsten Jahr wird sie ein Studium beginnen. Was sie in ihrer Sportlerkarriere und in der Zeit vor dem Studienbeginn alles erlebt, steht in ihrer Kolumne im Wochenblatt zum Wochenende.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.