Unvergessliche acht Minuten

Der HSC Anfang der 1970er-Jahre. Foto: hsc

Aus dem Harburger Fußballarchiv: Als der Harburger SC gegen Altona 93 um
den Aufstieg spielt, sehen 4.200 Fans ein 1:4

W. Düse, Hamburg-Süd

Nach elf Spielen ohne Niederlage und 21:1 Punkten ist es am 16. April 1972 endlich soweit: Der Harburger SC ist Tabellenführer in Hamburgs zweithöchster Spielklasse. Dank des besseren Torverhältnisses hat die Mannschaft von Trainer Hans-Werner Beth den Landesliga-Absteiger Altona 93, seit dem zweiten Spieltag an der Spitze der Hansa-Staffel der Amateurliga, von der Tabellenspitze verdrängt.
Der Kampf um die Meisterschaft ist zwei Spieltage vor Saisonschluss so spannend wie nie, die Zuschauer strömen seit Monaten auf den Rabenstein. 650 gegen den TuS Hamburg, 700 gegen Finkenwerder, 850 gegen Bostelbek, 1.000 gegen Güldenstern Stade. Es hat Zeiten gegeben, da haben die schicken Kassenhäuschen ihre Berechtigung gehabt.
Nach einem zähen Saisonbeginn ist der HSC dort angekommen, wo ihn viele bereits vorher gesehen haben. Und dann noch das glückliche Händchen der Spielplaner: Zur finalen Kraftprobe treffen die Harburger am 6. Mai 1972 auf ihren punktgleichen Verfolger aus Altona. 4.200 Menschen fiebern bei einem packenden Saisonabschluss auf dem Rabenstein. Zwar unterliegen Schmeling – Pohla - Walter Manthey, Gras, Schmidt, Peinemann – Ellhardt, Linke (65. Karl-Heinz Manthey), Heerde, Ziese, Hoffmann (65. Opfer) am Ende mit 1:4, aber drei Tore fallen erst in den fulminanten letzten acht Minuten. Auch die Maßnahme Beths, Altmeister „Moppel“ Pohla von der Libero-Position in die Angriffsmitte zu beordern, bringt diesmal im Gegensatz zu vielen anderen Spielen vorher, nicht den durchschlagenden Erfolg.

4.200 Fans pilgern zum Rabenstein

Aber ein Hintertürchen für den Aufstieg ist noch offen. Vorausgesetzt, Hamburgs Vertreter in der Regionalliga-Aufstiegsrunde – Concordia und Bergedorf 85 – setzen sich durch, darf auch noch ein Amateurliga-Zweiter aufsteigen. Aber nur noch 300 Unentwegte sehen, wie ein ersatzgeschwächter HSC mit Mathies – Bierbaum – W. Manthey, Peinemann, Gunia, Schmidt – Ellhardt, Hoffmann – Hanisch, Ziese und K.-H. Manthey im Entscheidungsspiel mit 4:0 gegen TuRa Harksheide die Oberhand behält. Sowohl Concordia als auch Bergedorf führen ihre Gruppe vor dem letzten Spiel an, vergeigen aber beide im letzten Duell den Regionalliga-Aufstieg. Damit ist das Hintertürchen für den HSC krachend wieder zugeschlagen. Erst 1997 wird es für ein einmaliges einjähriges Gastspiel in Hamburgs höchster Spielklasse reichen
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