Türksport liefen fast alle Spieler weg: „Der Süden ist klein“

Ismail Turan (Hintergrund) und der neue Trainer Yakup Kuwetli. Foto: Düse

35 Jahre Harburger Türksport – der Klub steckt im Umbruch.

Von Waldemar Düse. Viel ist nicht mehr geblieben nach dem Abstieg aus der Fußball-Bezirksliga Süd in der vergangenen Saison. Alle Spieler bis auf Ayhan Capar und Engin und Onur Tigit haben den Klub verlassen oder aufgehört. Am 18. August ist der Harburger Türksport 35 Jahre alt geworden. Nach 14 Jahren als Präsident wird auch Nazim Capa aufhören.
Geblieben ist Obmann Ismail Turan. „Wir machen gerade einen totalen Umbruch durch. Für uns geht es darum, den Verein überhaupt weiter laufen zu lassen“, sagt der „Mann für fast alles“ des Klubs, der 1979 von türkisch-stämmigen Fußballern des FC Normannia und der FSV Harburg gegründet worden war.
Landesligist Dersimspor und zuletzt Kreisligist Rot Weiss Wilhelmsburg und der gerade gegründete Klub Zonguldagspor in der Kreisklasse heißen die Konkurrenten.
„Der Süden ist klein“, sagt Turan ohne Bitterkeit in der Stimme. „Unser Hauptproblem ist, Leute zu finden, die Verantwortung übernehmen wollen.“ Davon sind dem Verein nicht mehr viele geblieben wie etwa Alf Bas für die Schiedsrichter. Immerhin ist es gelungen, für Nazim Capa einen Nachfolger für das Amt des Präsidenten zu finden: Kemal Kremitcioglu. In den Betriebsrat bei Continental setzt man bei Türksport aufgrund seiner hohen Sozialkompetenz große Hoffnungen. Hoffnungen macht auch die kleine, aber feine Jugend-Abteilung mit insgesamt vier Teams in der F-, E- und D-Jugend. „Das läuft“, so Turan mit hörbarer Freude.
Mit dem neuen Trainergespann Yakup Kuwetli und Imko Zejnilovic wird der Neuaufbau der Ligamannschaft versucht. „Wir wollen im gesicherten Mittelfeld landen“, hält Turan den Ball bewusst flach. Dass diese Saison eine äußerst schwierige wird – eine Binsenweisheit. Zuletzt gab es beim neuen Tabellenführer Rot Weiss Wilhelmsburg eine derbe 0:8-Pleite. Fünf Tore erzielte Murat Bayram, zwei sein Bruder Selcuk. Beide waren erst zu Saisonbeginn zu den Wilhelmsburgern gewechselt. Richtig, von Türksport.
Turan macht keinen Hehl daraus, dass auch er darüber nachgedacht hat, aufzuhören – wie schon häufiger. Warum er weitermacht? „Man ist dem Verein einfach zu sehr verbunden“, antwortet er. Zeit für weitere Erklärungen hat er nicht. „Ich muss noch den Online-Spielbericht freischalten“, sagt er und ist schon weg.
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