Tayfun Demir: „Dürfen nicht weiter abrutschen“

„Einfach kann jeder“: Tayfun Demir steht in Moorburg an der Seitenlinie. Foto: Düse

Fußball: Trainer des Kreisligisten Moorburger TSV warnt sein Team

Von Waldemar Düse. Manchmal ist es auch ein Vorteil, im Niemandsland zuhause zu sein. Spülfläche? Container-Terminal? Wissenspark? Die städtischen Umgestaltungspläne für Rest-Moorburg sind zumindest soweit auf Eis gelegt, dass der Sportplatz an der Schule um einen Grandplatz in Halbfeldgröße erweitert wird.
Wie der Moorburger TSV im Niemandsland der Fußball-Kreisliga 1 zu dümpeln, kann sich jedoch sehr schnell als Nachteil herausstellen. „Bei uns sind die Köpfe unten, weil wir unser Saisonziel nicht erreicht haben“, gibt Tayfun Demir, Trainer des derzeitigen Tabellenachten, unumwunden zu. „Wir müssen jetzt aufpassen, nicht noch tiefer in den Keller zu rutschen.“ Wo er Recht hat, hat er Recht: Fünf Punkte Abstand zum ersten Abstiegsplatz sind alles andere als beruhigend. „Dabei ist es eine gute Truppe. Das haben wir aber nicht auf den Platz gebracht.“
Die Beheimatung in dieser vergessenen Ecke Hamburgs kann und will der Verein zukünftig in einen weiteren Vorteil verwandeln. „Wir behalten unseren Rasenplatz als Spielfläche, können auf dem Jägerhof trainieren und bekommen zusätzlich das Halbfeld. Damit kann der Verein seine Neuausrichtung planen“, gibt sich Demir trotz der aktuell angespannten sportlichen Situation optimistisch.
Derzeit laufen die Gespräche für die kommende Saison zwischen Liga-Obmann Oliver Weise und dem Kader. „Wenn der zusammenbleibt, werde ich ebenfalls das kommende Jahr weitermachen“, so Demir. „Ich möchte mithelfen, Strukturen zu legen.“ Soll heißen: Eine Spielidee einpflanzen, die Trainingsbeteiligung zu verbessern und so weiter. Der Unterstützung des Vereins könne er sich sicher sein. „Bessere Aussagen als die des Vereins kann es dazu nicht geben.“
Doch die Postleitzahl „Niemandsland“ sorgt auch für eine gewisse Grundskepsis. „Es ist schon schwierig, neue Spieler zum Deich zu bewegen“, sagt Demir. Auch die vielen konkurrierenden Vereine in nächster Nachbarschaft lassen sich nicht ignorieren. Aber: „Einfach kann jeder.“ Für Tayfun Demir ist der TSV mit seinen neuen Möglichkeiten „so etwas ähnliches wie ein schlafender Riese.“
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