Stürzt Grün-Weiss in die Kreisklasse ab?

Onur Yagbasan hat mit seinen Mitspielern von Grün-Weiss Harburg schon bessere Zeiten erlebt. Foto: Düse

Fußball: Vorige Saison spielte der Kreisligist noch in der Bezirksliga.

Von Waldemar Düse. Nach einem desolaten 0:4 beim HSC hatte Sükrü Cacan die Faxen dicke. Er schmiss die Brocken hin, Grün-Weiss muss sich nun auf die Suche nach einem neuen Trainer machen. Bis zur Winterpause werden die Jugendtrainer Timucin Gürsan und Florian Renner den abstiegsbedrohten Kreisliga-Klubanleiten. „Sükrü war der Meinung, er könne dem Team keine Impulse mehr geben“, so Grün-Weiss-Liga-Obmann Frank Olschewski.
Dabei sind neue Impulse dringender denn je erforderlich, die Scharfsche Schlucht hat schon bessere Zeiten gesehen. Im Sommer 1987 hatte eine Ligamannschaft des SV Grün-Weiss Harburg zuletzt in der Kreisliga gespielt. Nach Meisterschaft und Aufstieg folgten 16 Spielzeiten Bezirksliga, vier Jahre Landesliga und dann der „Unfall“, so Olschewski, das einjährige Gastspiel in Hamburgs höchster Spielklasse. Nach einem weiteren Jahr Landesliga und sechs Jahren Bezirksliga dann im vergangenen Sommer der Abstieg in die Kreisliga und nun auf Rang 14 sogar der drohende Komplettabsturz in die Kreisklasse.
„Die Situation ist natürlich überhaupt nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten.“ Allein, dass der Ex-Keeper selber in seiner goldenen Lebensmitte auf der Liga-Ersatzbank Platz nehmen muss, sagt einiges über den Ernst der Lage.
Standortnachteil: „Wir
zahlen generell nichts!“
Olschewski weiter: „Die meisten Neuen sind aus unterschiedlichen Gründen schon früh wieder weg gewesen.“ Mirco Peters musste nach erheblichen Knieproblemen ganz mit dem Fußball aufhören, Fabian Höhlein ist nach Börnsen verzogen, die beiden letztjährigen Torhüter Malte Zeyns und Moritz Laß waren schon nach dem Abstieg gegangen. In der Winterpause sollen einige junge Akteure hinzukommen. Man sei im Gespräch, sagt Olschewski.
Hinzu kommen noch gewisse Standortnachteile. Zum einen „zahlen wir generell nichts“, betont Frank Olschewski. Das ist bekanntlich bei einer steigenden Anzahl harburgischer Vereine ganz anders. Zum anderen sind Ältere Jugendspieler nicht zu halten, weil sie auf dem Grandacker am Marienkäferweg spielen müssen. Aus der eigenen Jugend zu schöpfen, ist deshalb schwierig. Aber zumindest in diesem Fall ist Abhilfe in Sicht: Irgendwann 2016 soll der Marienkäferweg einen Kunstrasen bekommen.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.