Sportgericht greift durch!

Attacke auf Schiedsrichter: Dersimspor hilft Täter zu ermitteln, der fünf Jahre Platzverbot bekommt.

Von Waldemar Düse. Nach den ersten Schlägen und Tritten von hinten ging der Schiedsrichter zu Boden. . Der Schläger ließ sich davon aber nicht abhalten, den am Boden Liegenden noch weiter mit Händen und Füßen krankenhausreif zu prügeln.
Dies ist keine Szene aus einem schlechten (Fuß)Ballerspiel, sondern am 4. September nach dem Fußball-Landesligaspiel Dersimspors beim Bramfelder SV zur bitteren Realität geworden. Murat T., so heißt der durchgeknallte Zeitgenosse, erklärte seine Aussetzer, nachdem er nach kurzer Flucht von der Polizei wieder eingefangen worden war, so: Bekannte seinen kurz zuvor in der Türkei erschossen worden und er habe daraufhin begonnen, sich zu besaufen.
Das Sportgericht des Hamburger Fußballverbandes (HFV) griff vor dem Hintergrund der zunehmenden und anhaltenden Gewalt gegenüber Schiedsrichtern hart durch: Der 31-jährige T. darf sich bis zum 23. September 2020 auf keinem Hamburger Sportplatz mehr blicken lassen und lebenslang keine Funktion im HFV ausüben.

Drei Punkte Abzug und 1.000 Euro Geldstrafe

Aber auch Dersimspor kam nicht ungeschoren davon. Der Verein wurde dazu verdonnert, das Platzverbot Tekins an der Baererstraße zu gewährleisten und bei Auswärtsspielen den gastgebenden Verein über das Platzverbot zu informieren. Ferner wurden Dersimspor drei Punkte abgezogen und 1.000 Euro Geldstrafe aufgebrummt.
Gegen die Vereinsstrafe will der Klub, der sich von der Gewaltaktion distanziert hat, in die Berufung gehen. Immerhin hatte Michael Ehrenfort, Sprecher des Verbandsschiedsrichterausschusses, Dersimspor in einem Interview mit der „taz“ bescheinigt: „Die Mannschaft hat nach dem Vorfall aktiv zur Aufklärung beigetragen und den Täter aus ihrer Anhängerschaft identifiziert. Dadurch konnte der Fall vor das Sportgericht gebracht werden und auch eine Anzeige gestellt werden.“ Dersimspors Sportdirektor Serdar Gümüs sagte zudem, der Verein sei in der Vergangenheit „nicht auffällig“ geworden. Das kann man auch anders sehen: In der vergangenen Saison landeten die Harburger in der Fairness-Tabelle mit neunmal Gelb-Rot und sieben Mal Rot abgeschlagen auf dem letzten Platz, in der laufenden Spielzeitstehen haben sie bisher zweimal Rot und zweimal Gelb-Rot auf der Habenseite angesammelt.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.