Spielen unter Beobachtung

Rot Weiss Wilhelmsburg hat das Angebot zum „Coaching“ angenommen

W. Düse, Wilhelmsburg

Dass es auf dem Sportplatz Rotenhäuser Damm an diesem Nachmittag so ruhig zugeht, liegt sicherlich auch am Spielverlauf. Rot Weiss Wilhelmsburg ist im Fußball-Kreisligaspiel gegen den Bostelbeker SV die klar dominierende Mannschaft und wird diese Partie am Ende mit 5:0 gewinnen.
Am 21. März war die Atmosphäre auf dem Sportplatz im Herzen Wilhelmsburgs alles andere, aber nicht ruhig. Der schuldhaft verursachte Spielabbruch des Nachholduells gegen Vorwärts Ost nach einer Massenkeilerei und dem Einsatz von 16 Streifenwagen kos-tete Rot Weiss nicht nur 750 Euro Strafe und die drei Punkte. Er kostete den kleinen Verein auch einiges an Reputation.
Die entspannte Atmosphäre zehn Tage später hat aber auch damit zu tun, dass diese Partie unter Beobachtung steht. Ein Coach des Hamburger Fußball-Verbandes ist vor Ort. „Coaching nach Spielabbruch“ heißt das Angebot, dass der Verband Vereinen macht, die ein vorzeitiges Spielende angezettelt haben. In drei Stufen soll versucht werden, so etwas zukünftig zu vermeiden. Die Teilnahme daran ist freiwillig und bringt keine wie auch immer gearteten Strafnachlässe.
Rot Weiss hat dieses Angebot angenommen. Beim ersten Treffen mit dem sogenannten „Gewaltpräventionsteam“ ist die konkrete Situation des Spielabbruchs aufgearbeitet und sind Vorschläge erarbeitet worden, wie solche Vorfälle zukünftig bereits im Ansatz vermieden werden können. Die zweite Stufe ist dann die Spielbeobachtung und in einer dritten Stufe erfolgt eine gemeinsame Nachbereitung.
„Wir haben einige Spieler aus dem Verein entfernt“, sagt Rot-Weiss-Vorsitzender Ahmet Kilic und betont noch einmal, dass Prügeleien und Ähnliches für ihn auf einem Fußballplatz nichts verloren haben. Damit ist es aber nicht getan. Das gesteht auch Kilic zu. Muss beispielsweise grundsätzlich jede Schiedsrichter-Entscheidung von allen Seiten lautstark kommentiert werden? Noch beim Rot-Weiss-Spiel bei Viktoria sind Trainer David Berwecke und seine Spieler während der gesamten Spielzeit bei gefühlt jedem Pfiff wie die Rumpelstilzchen unterwegs gewesen. Gegen den Bostelbeker SV nicht mehr. Ein guter Anfang. Mehr aber auch nicht.
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