Spielabbruch statt Massenfaustkampf

Diskussionsbedarf auf dem Fußballfeld: eine Szene aus dem vergangenen Sommer vom Alten Postweg. Foto: Düse

Kreisliga: Kosova II gegen Einigkeit wurde nicht zu Ende gespielt

Waldemar Düse. Endloses Palavern und Schreiereien über Schiedsrichter-Entscheidungen sind fester Bestandteil der Diskussionskultur im Fußball geworden. Ebenso die Abstimmung mit den Füßen, Stichwort „Rudelbildung“. Ein äußerst abschre-ckendes Beispiel lieferten in der Bundesliga jüngst diverse Verantwortliche von Bayer Leverkusen.
Eine seltene Einigkeit über eine schwerwiegende Schiedsrichter-Entscheidung zeigte nun die Kreisliga 1. Dort hatte der Spielleiter die Partie Klub Kosova II gegen den ESV Einigkeit beim Stande von 2:0 für Kosova II abgebrochen. 75 Minuten lang war alles unauffällig abgelaufen. Dann hatte ein Akteur Kosovas seinen foulenden Gegenspieler als „Hurensohn“ tituliert und dafür Rot gesehen. Beim Gang in die Kabine soll sich der Gegenspieler dann verbal revanchiert haben. Kosovas Akteur machte kehrt, um den Austausch von Nettigkeiten mit den Fäusten fortzusetzen. Im Nu hatte sich ein rangelndes Rudel aus sämtlichen Spielern gebildet.
Beide Trainer begrüßten die Schiedsrichterentscheidung
Der Entscheidung des Schiedsrichters, den beginnenden Massenfaustkampf durch einen Abbruch schon im Keim zu ersticken, stimmten dann sowohl Kosovas Trainer Nevzet Arifi als auch Einigkeits Kenan Cinbirt ohne weitere Diskussion zu. „Ich würde es auch begrüßen, wenn der Verband unseren Spieler für sechs Monate sperren würde“, erklärte Arifi dem Online-Portal Sport-Nord. Er ließ auch keinen Zweifel daran, dass ein Spieler seiner Mannschaft die Entwi-cklung zum Abbruch ausgelöst hatte.
Auch wenn die Partie für den Karfreitag bereits wieder neu angesetzt worden ist, wird erst die Sportgerichtsverhandlung endgültig klären, wie der Abbruch gewertet wird. Die Verhandlung wird am kommenden Mittwoch stattfinden. Gehandelt haben soll bereits der Klub Kosova. Er soll den betreffenden Akteur schon aus dem Verein geworfen haben.
Und weil wir gerade beim Thema sind: Die zweite Vertretung des Harburger TB ist in der Kreisliga 1 übrigens das einzige Team ohne Platzverweise. Und weil wir gerade dabei sind, noch ein größerer Schlenker: Unter den 419 hamburgischen Mannschaften bis hinunter in die Kreisklasse gibt es nur eine einzige, die bislang ohne Rot, Gelb-Rot und sogar Gelb ausgekommen ist: Eintracht Fuhlsbüttel, die Auswahl der Justizvollzugsanstalt.
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