Sechs Platzverweise beim „geilen Derby“

Manchmal staunen auch Michael Krivolahvek (links) und sein Bruder Thomas – die beiden Trainer Viktorias – noch. Foto: Düse

Fußball: FC Viktoria Harburg schlägt den HTB II in einem denkwürdigen Kreisligaspiel

Von Waldemar Düse. Michael Krivolahvek hat beinahe sein ganzes bisheriges Leben mit Fußball zu tun gehabt – entweder auf oder neben dem Platz. Sein Hang zu unkontrollierten Temperamentsausbrüchen ist eher unterentwickelt. „So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Heftiger wird es nicht, wenn der Trainer des Fußball-Kreisligisten Viktoria Harburg auf den historischen 2:1-Erfolg beim HTB II zurück-blickt.
Verantwortlich ist in seinen Augen ein etwas übereifriger Spielleiter. „Das war ein geiles Derby, aber absolut nicht unfair“, so Krivolahvek. Dennoch hagelte es sechs Platzverweise, viermal Rot und zweimal Gelb-Rot. „Ich hatte das Gefühl, dass der Schiedsrichter schon mit den Karten in der Hand auf dem Platz herumgerannt ist.“
27. Minute, die ersten beiden Einschläge: Zwei Akteure duellieren sich verbal, kassieren jeweils Rot verbunden mit der fast preußischen Aufmunterung „Und ab“, das Spielfeld zu verlassen. Zehn gegen zehn. Dann reicht einem Spieler Viktorias eine Minute (43., 44.), um sich Gelb-Rot einzufangen. Beim Abschlag läuft er nahe am HTB-Keeper vorbei, Foul, Gelb. Danach rangelt er um einen Einwurf, „das war doof von ihm“, sagt Krivolahvek, Gelb-Rot. Zehn gegen Neun. Spielstand 1:2.
Klar, dass in der Schlussphase in aller Ruhe gewechselt wird. Ein Viktorianer hat dabei schon fast die Seitenlinie erreicht, als der Spielleiter ihn erreicht und Gelb zückt. Kurze Pause, dann folgt Gelb-Rot mit einer kurzen Regelunterweisung: „Die Auswechslung ist hiermit abgebrochen“, wie sich Krivolahvek erinnert. Zehn gegen acht. Immer noch 1:2.
Nur eine Minute darauf folgt die nächste Rote Karte gegen Viktoria. Zehn gegen sieben. Immer noch 1:2. In der Nachspielzeit fliegt dann der zweite HTB-Akteur ebenfalls mit Rot vom Kunstrasen. Neun gegen sieben. Es bleibt beim 1:2. Kein Wunder, dass HTB-Trainer Andreas Rosenfeld die Niederlage in lange Zeit beträchtlicher Überzahl noch auf dem Weg in die Kabine wesentlich temperamentvoller verarbeiten musste als sein Kollege. „Schlimm ist, dass uns gegen Dersimspor II, die sind nämlich wirklich gut, zwei Spieler fehlen“, so Krivohlahvek. Aber was hat man im Amateurfußball nicht schon alles erlebt.
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