„Nicht für Platz zwei angetreten“

Trainer sind auch nur Menschen. Sven Siebert hat kein angenehmes Fußballjahr hinter sich. Foto: Düse

Fußball-Rückblick: Trainerwechsel in der Kreisliga.

Von Waldemar Düse. Sind Fußballtrainer Teil des Problems oder Teil seiner Lösung? An der schlüssigen Beantwortung dieser existenziell wichtigen Frage versuchen sich sowohl Experten als auch Ahnungslose seit Jahrzehnten. Vielleicht hilft ein Saison-Rückblick auf die Fußball-Kreisliga.
„Die Mannschaft hat eindeutig das Potenzial für den Aufstieg in die Bezirksliga, nur das kann nach dieser Hinrunde . . . das Ziel sein. Ich werde im Januar nicht antreten, um Platz zwei abzusichern." Originalton Sven Siebert, zur Rückrunde als Nachfolger des aus privaten Gründen ausgestiegenen Samir Balouch beim damaligen Tabellenführer Dersimspor II angetreten. Das Ergebnis: Rang drei, neun und zehn Punkte Rückstand auf die beiden Aufsteiger Mesopotamien und Rot-Weiss Wilhelmsburg II, Aufstieg versenkt.
Womit wir bei zwei weiteren Lösungsansätzen wären. Meister Mesopotamien, die nackten Fakten unter Trainer Teodore Fici, der übrigens eine komplette Saison gestalten darf: Eine ungeschlagene Rückrunde, 14 Siege, ein Unentschieden, fünfmal Gelb-Rot, viermal Rot. Noch Fragen?
Oder Vize-Meister Rot-Weiss Wilhelmsburg. Ende Oktober tauscht der Tabellenzweite seinen Trainer Gunnar Mahncke gegen den Spielertrainer Lukasz Sosnowski. Ende Januar tauscht der Tabellenzweite seinen Spielertrainer Lukasz Sosnowski, Tolga und Erdal Kilic übernehmen das Team und lotsen den Tabellenzweiten anschließend erfolgreich durch die Aufstiegsrunde.

Drei Übungsleiter pro Saison sind keine Seltenheit.


Ein Abstecher auf die Veddel schärft den Blick für die Komplexität des Problems. Aufsteiger Dynamo Hamburg geht mit Christian Tiedemann in eine schwierige Spielzeit. Als der nach dem 14. Spieltag gehen muss, hat das Schlusslicht sechs Punkte angehäuft. Danach versucht sich Christian Almeida, am 19. Spieltag übernimmt Toni Soares, akustisch bekanntlich einer der interessantesten Trainerpersönlichkeiten des Südens. Er kann seiner Mannschaft soweit Beine machen, das sie immerhin noch 14 weitere Punkte zusammenschaufelt. Dennoch fehlen am Ende sieben zum Klassenerhalt.
Anfang April trennt sich der Drittletzte FSV Harburg-Rönneburgmit sofortiger Wirkung von Helmut Ravens. Mit Nachfolger Gerald Bruckmann steigt die FSV als Zweitletzter ab. Was tun? Keine Ahnung, aber keine Trainer sind irgendwie auch keine Lösung.
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