Mr. Volleyball

Im Sommer trainierte Frank Pawlowski Kinder auf dem Beachvolleyball-Feld seines Vereins in der Wasmerstraße. Bis der Volleyballer vor eineinhalb Jahr Sand von einem Turnier im Binnenhafen organisiert hat, war hier ein in die Jahre gekommener Tennisplatz. Foto: as

Frank Pawlowski möchte Jugendliche für seinen Lieblingssport begeistern.

Von Anna Sosnowski. Wenn Frank Pawlowski in der Halle steht und die Bälle über das Netz schmettert, ist er in seinem Element. „Volleyball ist der schönste Sport“, sagt der Harburger. Vor 42 Jahren brachte sein damaliger Sportlehrer ihm die Technik bei und Pawlowski verabschiedete sich für immer vom matschigen Fußballplatz. „Die Halle fand ich schöner. Im Alter weiß man das zu schätzen“, sagt der 57-Jährige schmunzelnd. Ein Mal die Woche trainiert er mit seiner Herrenmannschaft. Mit vielen der Mannschaftskollegen spielt er seit Jahrzehnten. Mittlerweile gehe es mehr um Freundschaft als um Sport. „Wir geben alles und hinterher geben wir einen aus“, sagt Pawlowski und lacht.
Pawlowski baute seit Herbst 2013 zwei Mannschaften auf
Ernst wird der Sportler, wenn es um sein Herzensprojekt geht: die Jugendförderung. In den vergangenen Jahren sei die Volleyball-Jugendarbeit seines Vereins, der Freien Sportvereinigung Harburg-Rönneburg (FSVR), zu kurz gekommen. Seit Herbst 2013 investiert Pawlowski viel Energie, um das zu ändern. Er leitet die mit 85 Mitgliedern recht kleine Volleyball-Abteilung und hat im Laufe des Jahres zwei Jugendmannschaften aufgebaut – eine für Mädchen und eine für Jungs, die er selbst trainiert. Pawlowski: „Wenn man nicht nach vorne denkt, dann stirbt der Sport aus. Das will ich nicht.“
Jugendarbeit habe er auch zu Hause geleistet, erzählt der dreifache Familienvater. Gemeinsam mit seiner Frau natürlich. „Sie spielt noch länger Volleyball als ich“, berichtet er. Seine Kinder teilen die Liebe für den Sport. Sein 36-jähriger Sohn spielt in der Verbandsliga, auch die 32-jährige Tochter hat vor der Geburt ihrer beiden Kinder hochklassig Volleyball gespielt. Die mit 22 Jahren jüngste Tochter steht nach Knieproblemen nicht mehr am Netz. Die FDP-Politikerin ist Mitglied der Harburger Bezirksversammlung und studiert.
Für seine Sache setzt sich Pawlowski unermüdlich ein. Neben seinem Job als Servicetechniker bei der Deutschen Bahn organisiert er Turniere, versucht Sponsoren zu finden und über Schulen mehr Jugendliche für den Sport zu begeistern. „Ich kenne alle Schulleiter in Harburg, weil ich sie alle nerve“, erzählt er und grinst schelmisch.
Kinder an den Sport zu binden, sei jedoch schwierig. Er hofft, dass ein neues Projekt des Deutschen Olympischen Sportbund dabei helfen wird. Denn seit Jahresanfang finanziert der Sportbund im Rahmen einer Integrationsinitiative einen Übungsleiter für ein kostenloses Volleyball-Training, das sich speziell an ausländische und benachteiligte Kinder richtet. Mitmachen können Mädchen und Jungen im Alter von neun bis zwölf Jahren. Im Sommer kamen etwa sechs bis acht Kinder, um gemeinsam auf dem Beachvolleyballplatz der FSVR in der Wasmerstraße zu spielen, seit kurzem wird freitags von 14.30 Uhr bis 16 Uhr in der Halle Baererstraße trainiert. „Es ist noch Potenzial da“, sagt Pawlowski und hofft, noch mehr Kinder für seinen Lieblingssport begeistern zu können.
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