Mittvierziger unter jungen Hüpfern

Frank Heine (re) hat Gegenspieler Alfredo de Carvalho und Ball im Visier. Foto: Düse

Fußball: Frank Heine musste als Trainer des Harburger SC auch in der Innenverteidigung ran

Von Waldemar Düse. Einige werden sich die Augen gerieben haben. Es war ein alter Bekannter, der sich als Innenverteidiger in die Viererkette des Harburger SC eingereiht hatte. Frank Heine, vor sechs Jahren nach dreijähriger Tätigkeit am Rabenstein „in freundschaftlicher Trennung“, wie er betont, vom Fußball-Bezirksligisten geschieden. Seit Saisonbeginn als Trainer wieder da.
Und bei der mit 0:1 verlorenen Auswärtspartie bei Panteras Negras erstmals in einem Punktspiel zwischen all den jungen Hüpfern, die seine Söhne sein könnten. Frank Heine wird 45. „So extrem hatte ich mir das bei den Gesprächen mit dem Verein nicht vorgestellt“, gibt der überaus ehrgeizige Fußballer aus Leidenschaft unumwunden zu. „Es kann nicht sein, dass ich montags meine Knochen zählen muss“, sagt er und lacht dabei.
Der HSC hat einen Aderlass hinter sich und von einem Neubeginn kann keine Rede sein. „Unsere Situation ist nicht einfach. Es ist schwierig geworden, Spieler von einem Wechsel zum HSC zu überzeugen“, so Heine. „Aber der Klub liegt mir am Herzen, für mich geht es darum, jetzt zu helfen.“
Dabei muss Heine darauf achten, dass es nicht aufs Herz geht. Nach einem Schlaganfall hat es ein Jahr gedauert, bis er wieder auf die Beine gekommen ist. „Darüber mache ich mir keinen Kopf, die Sache ist ausgestanden“, versichert er. „Ich habe lange überlegt, ob ich als Aktiver einsteigen soll.“ Er hat es getan, wie schon in einigen Vorbereitungsspielen, weil die dünne Personaldecke es erfordert hat. „Fußball ist eine Sucht, der Ehrgeiz, über Grenzen zu gehen. Ich muss jetzt nur lernen zu verlieren.“
Wohl wahr. Drei Punkte nach fünf Spielen hält selbst Heine für „überraschend viel.“ Aber selbst als Mittvierziger könne er der Mannschaft helfen. Das sagt einiges über die Situation am Rabenstein. „In der Winterpause muss etwas passieren, wenn wir die Klasse halten wollen“, denkt Heine laut über neue Spieler nach.
Das aktiv mitgestaltete Punktspielabenteuer nahm für Heine indes kein gutes Ende. Nach 41 Minuten war Feierabend, die Wade des Defensiv-Organisators machte nicht mehr mit. Wenn das der einzige Schaden bleibt, werden Heine und der HSC damit leben können.
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