Messe des FC Süderelbe „einmalig in Deutschland“

Das Team des FC Süderelbe bei der Ausbildungmesse 2015. Foto: pr

Joachim Stoltzenberg steht hinter mehrfach ausgezeichnetem Projekt

W. Düse, Hamburg-Süd

Diesen Spagat bekommt sonst niemand hin: In einem leistungsorientierten Bereich erfolgreich und gleichzeitig Vorreiter bei Integrationsprojekten zu sein. Die Rede ist vom Fußball-Oberligisten FC Süderelbe. Der Klassenerhalt in Hamburgs höchster Liga ist so gut wie eingetütet und am kommenden Wochenende, 12. und 13. Mai, findet auf der Sportanlage Kiesbarg bereits zum vierten Mal die „Süderelbe Berufs- und Ausbildungsmesse“ statt.
Untrennbar verbunden mit diesem Projekt ist Joachim Stoltzenberg. 35 Jahre lang hat er Firmen wie die Groupex S.A. in Frankreich oder die familieneigene Stoltzenberg Nuss GmbH geführt, bis ihn 2008 eine Herzoperation zum Rückzug aus dem Berufsleben zwang. „Ich habe mir danach Aufgabenbereiche ohne Stress gesucht.“ Die feine Ironie der Verbindung „Sportverein und stressfrei“ ist ihm bewusst.
„Schwierig im Berufsleben Fuß zu fassen“
Dass das Einzugsgebiet des FC Süderelbe auf der Liste der problemfreien Stadtteile Hamburgs nicht ganz oben rangiert, ist keine neue Erkenntnis. In Neugraben und Neuwiedenthal gibt es einige soziale Brennpunkte. Gerade für viele hier lebende Jugendliche mit Migrationshintergrund ist es sehr schwierig, im Berufsleben Fuß zu fassen. „Wir sind dann von Eltern angesprochen worden, ob Hilfe möglich ist“, so Stoltzenberg.
Daraus entstand die Idee, diese Jugendlichen und Unternehmen aus dem Süderelbe-Raum auf einer Messe zusammenzuführen. Mit durchschlagendem Erfolg. „Von Beginn an gab es positive Reaktionen und Vermittlungen von Jugendlichen“, sagt Stoltzenberg. „Dieses Projekt ist einmalig in Deutschland“, ist er sich sicher. Die Liste der Auszeichnungen unterstreicht das: 2013 Integrationspreis des HFV, 2014 Integrationspreis des DFB, 2016 Großer Stern des Sports.
„Wir sollten alles dafür tun, die, die hier sind, nicht in Parallelgesellschaften abgleiten zu lassen“, hat Stoltzenberg eine einleuchtende Begründung für seinen Einsatz. Und eine neue Idee steht unmittelbar vor ihrer Umsetzung: Am 1. Juli startet unter Schirmherrschaft der Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özuguz, ein Frauenfußball-Projekt für Muslimas. „Wir werben in den entsprechenden Einrichtungen gerade dafür“, so Stoltzenberg.
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