Let’s Rock the Show, Amen

Modelte in der Kirche: Mia Meyer

Die Kolumne von Mia Meyer.

Scheinwerfer und Projektoren strahlen bunte Lichtbilder an die Decken der Kirche. Es ist halb dunkel und eine beeindruckende Atmosphäre umgibt die Zuschauer auf den ausverkauften Kirchenbänken. 20 Mädchen in schwarzen Gewändern mit weißen Hauben auf dem Kopf, von denen keine der anderen gleicht, schreiten zu imposanter Orgelmusik durch die Gänge. Ein Baugerüst reicht bis tief unter das Gewölbe. Auf jeder der Etagen befindet sich ein Mädchen.
„Bild eins bereitmachen!“. Eine der Koordinatorinnen ruft durch den Backstagebereich. Mein Zeichen, umgezogen Richtung Bühnenaufgang zu gehen. Meine Dresserin zupft die letzten Falten zurecht und ich beginne, mir einen Weg durch die Kleiderstangen zu bahnen. Zum zweiten Mal bin ich
Teil der Modenschau der JAK Modeakademie. 2011 im Uebel &Gefährlich im Bunker am Heiligengeistfeld, dieses Jahr in der St. Gertrud Kirche im Stadtteil Uhlenhorst. Das Intro mit der „Nonnen“-Kollektion nähert sich seinem Ende. Nun beginnt die erste der drei Shows. Irgendwo auf den Bänken sitzen jetzt meine Mutter und meine Schwester.
Ob ich sie wohl aus den Augenwinkeln unter mehr als 500 Menschen erkennen werde? Ob sie mich wohl mit streng zurück gegeelten Haaren von den anderen Models unterscheiden können? Die Musik setzt ein, wir betreten die Bühne. Weißes Scheinwerferlicht strahlt uns entgegen und überall blitzen Kameras. Mein Blick ist ins Weite gerichtet. Ich stelle mir den Horizont vor, doch blicke ins Leere.
Zwei Augenpaare vorne links in der ersten Reihe verfolgen mich, und ohne hinzusehen weiß ich, wer es ist. Plötzlich fällt die Anspannung von mir ab und ein Gefühl von Euphorie verbreitet sich im ganzen Körper. Die Show kann beginnen.

Mia Meyer (18) ist Abiturientin des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in Harburg und ehemalige Leistungssportlerin im Rudern. Im nächsten Jahr wird sie ein Studium beginnen. Was sie in ihrer Sportlerkarriere und in der Zeit vor dem Studienbeginn alles erlebt, steht in ihrer Kolumne im Wochenblatt zum Wochenende.
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