Kolumne: Im Novembernebel

Schlechte Sicht für Mia Meyer im Hafen: Wenn es zu neblig ist , nehmen die Ruderer eine Lampe im Boot mit.

Die Kolumne von Mia Meyer.

Die Luft ist eisig, kratzt im Hals und draußen ist es dunkel, obwohl es doch gerade erst Nachmittag ist. Ein klares Zeichen: Der Winter steht vor der Tür.
Beim Aufstehen hatte ich das Gefühl, mitten in der Nacht geweckt worden zu sein. Während der Schule schleicht sich dann die Müdigkeit in meinen Körper. Die Tage werden kürzer und die mit Tageslicht erleuchteten Stunden verbringt man im Klassenraum.
Auf dem Weg zum Training dämmert es bereits wieder und ich muss mein Fahrradlicht anschalten. Vom Gefühl her könnte ich auch einen gemütlichen Abend zu Hause verbringen, mir eine heiße Schokolade machen und mal früh ins Bett gehen, doch wie es der Zufall will, steht heute noch Rudern auf dem Trainingsplan.
Durch die früh eintretende Dunkelheit ist meine innere Uhr völlig durcheinander geraten. Doch beim Rudern vergisst man die Zeit. Sobald ich vom Steg abgelegt habe, hole ich fit und motiviert aus jeder Einheit das Beste heraus. In letzter Zeit ist das Training wirklich anspruchsvoll. Denn zu den technischen Anweisungen und der Konzentration kommen jetzt auch noch wetterbedingte Schwierigkeiten.
Der November ist der Monat, in dem es am meisten Nebel gibt. Wir müssen uns mit Lampe am Boot durch die Nebelschwaden auf die andere Elbseite kämpfen und dürfen herannahende Barkassen nicht übersehen. Wie gut, dass wir die Heizungen im Umkleideraum vor der Einheit hochgedreht haben. Der Gedanke an den warmen Umkleideraum und eine heiße Dusche lässt die kalten Füße und die klammen Klamotten ganz schnell vergessen.

Mia Meyer (17) geht in die zwölfte Klasse des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in Harburg und ist Leistungssportlerin im Ruderclub Süderelbe. Was sie in ihrer Sportlerkarriere und auf dem Weg zum Abitur im nächsten Jahr alles erlebt, steht in ihrer Kolumne im Wochenblatt zum Wochenende.
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