Kolumne: Ein Satz mit X

Nach einer Erkältung nicht gut drauf: Mia Meyer musste in Dortmund hinterherrudern.

Die Kolumne von Mia Meyer.

Schnell noch eine Unterterz in die zweite Stimme auf das Notensystem gezaubert, da verkündete mein Musiklehrer auch schon, dass wir nun den letzten Satz aufs Papier bringen sollten. Fertig war meine Musikklausur und beginnen konnte das Wochenende.
Sobald ich zu Hause war, musste noch schnell meine Riesensporttasche gefüllt werden, und kaum später sammelte mein Trainer mich schon an der Bushaltestelle ein. Wir machten uns auf den Weg zur offiziellen Langstre-cke des Deutschen Ruderverbands nach Dortmund. Nach zwei Monaten ohne Wettkampf folgte nun die erste Regatta der neuen Saison. Damit gehöre ich ab jetzt zum älteren Jahrgang der A-Juniorinnen und es dauert kaum mehr ein Jahr bis ich zu den Senioren, der Elite des Rudesports aufsteige. Doch vorerst mussten die sechs Kilometer auf dem Dortmund-Ems-Kanal bestritten werden. Da ich die letzten Tage wegen Krankheit nicht trainiert hatte, war ich sehr aufgeregt, doch voller Tatendrang, den Trainern, Gegnern, aber vor allem mir selbst zu beweisen, dass 2012 meine Saison wird.
Nach drei Kilometern war das vor mir gestartete Boot leider schon deutlich weiter von mir entfernt als zu Beginn. Ich musste mir eingestehen, vielleicht etwas hohe Erwartungen gehabt zu haben, denn langsam zeigten sich Folgen meiner Erkältung. Ich fühlte plötzlich meinen Herzschlag im Kopf pochen. Trotzdem versuchte ich, mein Tempo zu halten, jedoch aus Vorsicht nicht mehr zu steigern. Demnach war ich im Zieleinlauf mus-kulär noch bei Kräften, doch meine Atmung überschlug sich beinahe. Beim Einatmen hatte ich Schmerzen in der Brust und legte schnell an, um die DLRG nach Hilfe zu fragen. Sie schickten mich zum Mannschaftsarzt, der mir einige Medikamente gab und mir nahelegte, die nächsten Tage etwas weniger zu trainieren.
Die Enttäuschung über eine Platzierung im Mittelfeld ist nicht zu leugnen, jedoch kann ich mit Gewissheit sagen, dass die nächste Langstrecke besser wird. Glücklicherweise habe ich im März noch eine zweite Chance in Leipzig.

Mia Meyer (17) geht in die zwölfte Klasse des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in Harburg und ist Leistungssportlerin im Ruderclub Süderelbe. Was sie in ihrer Sportlerkarriere und auf dem Weg zum Abitur im nächsten Jahr alles erlebt, steht in ihrer Kolumne im Wochenblatt zum Wochenende.
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