In Moorburg brennt noch Licht

Wenn es auch für Einigkeit (schwarze Trikots) schlecht läuft, treffen sie sich mit den Moorburgern (weiße Trikots) nächstes Spieljahr in der Kreisklasse. Foto: Düse

Fußball: Kreisliga-Schlusslicht Moorburger TSV blickt nach vorn

Von Waldemar Düse. Die positiven sportlichen Schlagzeilen halten sich in überschaubaren Grenzen. Nachdem zwei Drittel der Saison gespielt sind, hat der Moorburger TSV als abgeschlagenes Schlusslicht der Fußball-Kreisliga 1 erst kümmerliche zwei Punkte geholt und 16 Tore geschossen. Doch abseits dieser Zahlenspielereien kann sich die bisherige Saisonbilanz durchaus sehen lassen.
„Angesichts der Umstände kann es für uns nur darum gehen, den Betrieb aufrecht zu erhalten“, sagt Oliver Weise. Er hat zu Saisonbeginn mehr oder weniger gezwungen die Aufgabe übernommen, die Ligamannschaft zu trainieren. Oder besser gesagt, am Leben zu erhalten. „Während der Vorbereitung haben 95 Prozent des damaligen Kaders trotz Zusage den Verein verlassen.“ Aus Weises Stimme ist noch nicht einmal Enttäuschung herauszuhören.
Schon aus zeitlichen Gründen war es kaum möglich, auf diese Fluchtbewegung zu reagieren. Der Moorburger TSV hat mit erheblichen Standortnachteilen zu kämpfen. Es gibt nur noch drei Seniorenmannschaften im Verein, von einer Jugend-Abteilung ganz zu schweigen. Gemeinsam mit Dennis Cappell machte sich Weise an die Herkules-Aufgabe. „Wir müssen den Umbruch schaffen. Trotz unserer Situation fängt es wieder an, Spaß zu machen“, beteuert Weise. Er und Cappell müssen auch noch die Buffer schnüren, sonst wäre es schwierig, überhaupt eine komplette Mannschaft aufs Spielfeld zu schicken. Schmerzensgeld kann in Moorburg nicht gezahlt werden. „Aber trotz allem haben wir jetzt einen Mannschaftskern beisammen und treten jedes Mal motiviert an.“
Immerhin scheint das Schicksal Altenwerders – ein Abriss zugunsten der Hafenerweiterung – an Moorburg vorüber zu gehen. Das eröffnet zumindest eine Zukunftsperspektive. „Wir versuchen, eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen“, so Weise. Weitere Argumente, um Spieler, die bei benachbarten Vereinen nicht glücklich sind, von einem Wechsel zu überzeugen: „Kameradschaft“ und ein neuer Trainingsplatz, der neben Moorburgs Rasenplatz entstehen soll.
Nach einem von Spielern seiner Mannschaft verursachten Spielabbruch Ende Januar gegen den damaligen Vorletzten Einigkeit war bei Weise kurzfristig Frust aufgekommen. „Aber wenn ich aufgeben würde, wäre ich nicht der, der ich bin.“ Das ist doch mal eine Ansage.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.