Harburg siegt am Millerntor

Die Aufsteiger vom Harburger TB: Weber II, Weber I, Lischewski, Frank, Gizzi, Nodop, John, Sommerfeld, Kleeblatt, Penzke und Knappe siegten Millerntor für den HTB. Mägde, Ahlers, Jobmann, Evers, Pollak, Bockhorn, Pfaffeneder, Girschick, Liedhoff, Meyer komplettierten den Kader. Foto: Sammlung Düse

Vor 65 Jahren stieg der HTB zum ersten Mal in die Oberliga auf!

Von Waldemar Düse. Der Alltag besteht nicht mehr ausschließlich aus dem Kampf um das tägliche Überleben. Tauschhandel und Schwarzmärkte sind verschwunden, die Währungsreform von 1948 hat wieder einen durch Geld geölten Wirtschaftskreislauf in Gang gesetzt. Das „Wirtschaftswunder“ hat begonnen. Fußball wird schnell zu dem Massenvergnügen, der er während der Weimarer Republik geworden ist. Selbst vierstellige Zuschauerzahlen in den unteren Ligen sind keine Seltenheit. In der 1947 eingeführten Oberliga Nord gibt es im Sommer 1949 ebenfalls schon ein gewisses Maß an hamburgischer Verlässlichkeit: Ganz vorn gleichauf der HSV und St. Pauli, dahinter mit Abstand der ETV vor Concordia.
Das wissen natürlich auch die 21.000 Zuschauer, die am Ende eines brütend heißen Juli zum Millerntor gekommen sind. Das Stadion des FC St. Pauli – damals noch an der Ecke Glacischaussee/Ernst-Thälmann-Straße (heute Budapester Straße) – ist der „neutrale“ Ort, an dem der Harburger TB und der Itzehoer SV einen weiteren Oberliga-Aufsteiger ermitteln sollen. In der denkwürdigen „Hitzeschlacht“ schaffen die schwach in die Aufstiegsrunde gestarteten Harburger mit ihrem Nachwuchsspieler Otmar Sommerfeld den Aufstieg. Sommerfeld wechselte 1951 zum FC St. Pauliund wurde Rekordspieler der Oberliga (362 Einsätze zwischen 1949 und 1963).
Erstmals gehören die Harburger damit Norddeutschlands oberster Spielklasse an. Als einzige Stadt in den Westzonen verfügt Hamburg nun über fünf Oberligaklubs. „Mit der Mannschaft muss auch die neue Oberliga stark rechnen“, begrüßt das Fachblatt „Fußball“ den Neuling aus Süderelbien. Wie man sich
irren kann.
Der aus „Alteingesessenen“, einigen Neuzugängen aus Norderelbien und eigenen Nachwuchsspielern zusammengesetzte Kader kratzt gerade mal acht Punkte zusammen und steigt als Schlusslicht gleich wieder ab.
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