Falsche Einwechslung: Süderelbe raus!

Matthias Nehls (l.) musste feststellen, dass der HFV nicht nur Preise verleiht, sondern auch schmerzhafte Urteile fällt. Foto: hfv

Oddset-Pokal: Zugang Dejan Sekac war nicht spielberechtigt

Von Waldemar Düse. Die Erleichterung war groß im Dezember 1995. Der Europäische Gerichtshof hatte in seinem Bosman-Urteil jegliche Beschränkungen beim Einsatz von „EU-Ausländern“ in europäischen Fußballvereinen gekippt. Niemand musste sich mehr Gedanken darüber machen, wen darf ich einwechseln, wen lass ich lieber draußen.
Christoph Daum, Otto Rehhagel, Giovanni Trapattoni und Dick Advocaat – die Liste der Trainer, die sich durch sportrechtlich vermurkste Einwechslungen im großen Geschichtsbuch des Fußballs verewigt hatten, durfte geschlossen werden.
Daran wird Jean-Pierre Richter nicht gedacht haben, als er im Viertelfinale des Oddset-Pokals gegen den Kreisligisten SV Billstedt-Horn in der 59. Minute beim Stande von 7:1 Dejan Sekac einwechselte. Das Halbfinale war eingetütet, am Ende pfiff der Schiedsrichter beim Spielstand von 11:2 für den FC Süderelbe ab.
Richter oder andere Verantwortliche werden auch nicht an die Spielordnung des Hamburger Fußball-Verbandes gedacht haben. Dort steht, dass ein Spieler in einer Saison nur für einen Verein an einem Pokalwettbewerb teilnehmen darf. Das hatte Sekac aber bereits während der Hinrunde. Mit seiner alten Mannschaft SV Curslack-Neuengamme II im Holsten-Pokal.
Der Kreisligist legte daraufhin erfolgreich Protest ein. Das Spiel wurde 3:0 gewertet, Billstedt-Horn steht damit im Halbfinale, Süderelbe ist draußen.
„Den Fehler haben wir gemacht, deshalb ist der Protest legitim. Deswegen ist es auch sinnlos, gegen die Entscheidung in die Berufung zu gehen“, fügt sich Süderelbes zweiter Vorsitzender Matthias Nehls in das offensichtlich Unvermeidliche. „Man könnte einzig an die sportliche Fairness appellieren.“ Wie sagte doch Billstedt-Horns Trainer Patric Hoffmann kurz nach Spielschluss: „Wer elf Tore erzielt, ist klar der verdiente Sieger.“
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