„Eugen“ Pöhler – Regionalliga mit 48!

Jung gegen Alt einmal andersherum: Der 22-jährige Pöhler (l.) im Wiederholungsfinale 1938 gegen Schalkes 26-jährigen Otto Tibulski. Foto: Fussball-Woche

Deutscher Meister und Nationalspieler in Hannover, Regisseur bei Rasensport Harburg

Von Waldemar Düse Es ist eigentlich nicht der Rede wert. Mühselig hat sich Rasensport am 23.Juni 1963 in einem Freundschaftsspiel beim hamburgischen Zweitligisten USC Paloma zu einem 2:1 gequält. Die Harburger haben in der gerade abgelaufenen Saison als Neunter in Hamburgs höchster Fußball-Spielklasse nicht gerade für sportliche Erschütterungen gesorgt. „Ludwig Pöhler erwies sich wieder als famoser Dirigent.“ Einzig dieser kurze Satz im Fachblatt „Sport“ ist in jedem Fall der Rede wert.

„Moppel“ Pohla profitierte von Pöhlers Vorlagen


Gemeint ist einer, der sich schon lange in die Meckerecke hätte zurückziehen und von früheren Zeiten erzählen können, in denen alles besser gewesen ist. Erzählstoff hätte er für den Rest seines Lebens gehabt: 1938 Deutscher Meister mit Hannover 96, 1939 Nationalspieler, Ruin der Karriere durch den Zweiten Weltkrieg und die scheinbar nicht enden wollende Verlängerung seiner aktiven Laufbahn in der Nachkriegszeit. Ludwig Pöhler zählt immerhin schon 47 bewegte Jahre.
„Für uns junge Leute war Pöhler ein Phänomen. Der war fit wie ein Turnschuh“, erinnert sich HTB-Vize-Präsident Klaus Buchholz, damals einer der heranwachsenden Bewunderer des unverwüstlichen Dauerläufers. Noch 1955 ist er für die NFV-Auswahl zum prestigeträchtigen Duell Norddeutschland gegen Süddeutschland aufgelaufen.
Wahrscheinlich aus beruflichen Gründen ist er irgendwann in Harburg aufgetaucht. Ludwig Pöhler bekleidet eine leitende Stellung in der Versicherungsbranche. Eine gutdotierte offensichtlich oder eine mit dem sprichwörtlichen Vitamin B ausgestattet, denn er fördert Rasensport Harburg nicht nur spielerisch, sondern auch finanziell.
So oder so ist er 1964 maßgeblich am sensationellen Aufstieg der Rasensportler in die Regionalliga Nord beteiligt. „Wie dieser säbelbeinige Spieler da auf seiner Seite rumzauberte, war beeindruckend“, so Buchholz. Der 48jährige, gestorben am 26.März 1975, ist der älteste Akteur, der jemals in der Regionalliga gespielt hat. Von Pöhlers Zuspielen profitiert insbesondere der Harburger Torjäger „Moppel“ Pohla.
Auf seine Lösung wartet noch das Rätsel, wer ihm den Spitznamen „Eugen“ angehängt hat. Ludwig „Eugen“ Pöhler wäre am 11.Januar 100 Jahre alt geworden.
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