Erwin Pichowiak und der doppelte Abstiegskampf

Trotz vorbildlicher Schusshaltung vergibt Einigkeits Angreifer Gerd Piechowiak diese gute Chance. Foto: Sport

Der Deutsche Meister von 1960 zitterte mit Einigkeit Wilhelmsburg.

Von Waldemar Düse.
Der Satz wird auch in diesem Jahr häufiger zu hören sein: „Das hat vielleicht Nerven gekostet.“ Aber was soll Erwin Piechowiak erst sagen? Es ist der 18. Mai 1969, in der Staffel Harburg der Fußball-Bezirksliga stehen sich am 20. Spieltag der ESV Einigkeit Wilhelmsburg und die FSV Harburg gegenüber. Der Drittletzte spielt gegen den Vorletzten.
Trainiert werden die Wilhelmsburger von ihrem Eigengewächs Erwin Piechowiak, 1960 rechter Verteidiger in der Deutschen Meistermannschaft des HSV. Wo ist also das Problem? Von einem langjährigen Lizenzspieler der Rothosen kann man erwarten, genügend Nervenkraft für den Abstiegskampf in Hamburgs zweitniedrigster Staffel zu haben. Aber das ist nur die halbe Geschichte. Piechowiak kämpft gleichzeitig auch noch als Abwehr-Organisator beim SC Sperber in der 2. Liga um den Klassenerhalt in der Regionalliga Nord.
Die Ausgangslage für beide Teams ist klar: Sie müssen das Spiel gewinnen, um dem Abstieg in die Kreisklasse zu entgehen. Der ESV mit Weier – Schröder, Stanelle – Rudemann, Albrecht, Klauke – Schuldt, Krohn, Genthe, Gerd Piechowiak und Hamester geht vor 200 Zuschauern durch ein Eigentor Gothes (24.) in Führung, Schuldt erhöht auf 2:0 (32.). Die Harburger, die mit Ehmke – Gohde, Brüggge – Keßler, Kalina, Haak – Herfet, Stephan, Edmund Puchmüller, Beeken und Homolka angetreten sind, kommen durch einen Kopfball Keßlers auf 2:1 (42.) heran. Genthe (69.) und Hamester (73.) sorgen für die Entscheidung zum 4:1 und für eine Vorentscheidung im Abstiegskampf. Ein schöner Abschied für Einigkeits 34-jährigen Torhüter Walter Weier, der nach Österreich übersiedelt.
Für Einigkeit wendet sich nach diesem dritten Sieg in Folge doch noch alles zum Guten: Am Ende retten sich die Wilhelmsburger mit 20:24 Punkten auf den drittletzten, den ersten Nicht-Abstiegsplatz. Die FSV dagegen muss nach 18:26 Zählern als Vorletzter in die unterste Liga absteigen.
Für Piechowiak nimmt es bei Sperber in seinem Abschiedsjahr als Aktiver allerdings kein gutes Ende: Die Alsterdorfer verpassen als Letzter um einen Punkt den Klassenerhalt. Das dürfte wirklich Nerven gekostet haben.
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