Ein Winter in Abstiegsgefahr

Kosovas Arsim Tahirsylaj (li.) und sein Gegenspieler vom SV Wilhelmsburg am Boden – wer möchte kann das auch auf die sportliche Lage beider Teams beziehen, die sich in Abstiegsgefahr befinden. Foto: Düse

Fußball-Landesliga: Kosova und der SV Wilhelmsburg haben unterschiedliche Konzepte

Von Waldemar Düse. Im vergangenen Sommer sind zwei Wilhelmsburger Vereine gemeinsam in die Fußball-Landesliga aufgestiegen: Der Klub Kosova als überlegener Meister erstmals in seiner 20-jährigen Geschichte. Der SV Wilhelmsburg reparierte den Betriebsunfall von 2009, als die Mannschaft nach sechsjähriger Landesliga-Zugehörigkeit in die Bezirksliga abgestiegen war.
„Wir wollen den Klassenerhalt und vielleicht ein bisschen mehr“, hatte Kosovas damaliger Trainer Torsten Beyer als Saisonziel ausgegeben. Dem SV Wilhelmsburg will Trainer Peter Lascheit über dieses Ziel hinaus bis zur B-Jugend hinunter auch noch eine gemeinsame Spielidee vermitteln.
Nach dem Ende der Hinrunde müssen beide Teams auf dem tiefen, kräftezehrenden Elbinselboden der Tatsachen überwintern: Beide akut abstiegsbedroht. Der SV Wilhelmsburg als Drittletzter der Hansa-Staffel noch
etwas mehr als um zwei Zähler bessere Klub Kosova.
Die Unzufriedenheit bei Kosova führte Anfang Oktober nach fast zweieinhalbjähriger Tätigkeit zur Trennung von Torsten Beyer. Manager Arton Mazrekaj präsentierte Michél Manzingu-Dinzey als neuen Coach, den ehemaligen Profi des FC St. Pauli. Er
erhielt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2015.
Damit enden die Gemeinsamkeiten der beiden Vereine. Am Vogelhüttendeich käme es wohl nur zu einer Trennung, wenn sie von Lascheit ausginge. Aber darauf deutet nichts hin. Der SVW-Coach wird seinen Kader in der Winterpause mit zwei oder drei neuen Spielern ergänzen. Namen wollte er noch nicht verraten. „Mit den Spielern sind wir uns einig, aber die sollen den Wechsel erstmal mit ihrem alten Verein klären“, so Lascheit.
Ob der Klub Kosova nicht nur den Klassenerhalt, sondern auch seine mittelfristigen Ziele – Aufstieg in die Oberliga – mit seinem neuen Trainer erreichen kann, bleibt abzuwarten. Ein warnendes Beispiel hat es auf der Elbinsel schon gegeben: Der Verein hieß Türkgcü Wilhelmsburg, der St. Pauli-Profi an der Seitenlinie André Golke. Diese vermeintliche Traumkonstellation löste sich nach recht kurzer Zeit in Luft auf. Wie auch Türkgücü selbst, das 1981 aus dem WSV 93 hervorgegangen war, im Jahr 2006.
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