„Ein Abstieg wäre kein Beinbruch“

Seit 16 Monaten Trainer beim HTB: Nabil Toumi. Foto: Düse

HTB-Trainer Nabil Toumi kümmert sich vorrangig um die Entwicklung junger Spieler.

Von Waldemar Düse. Während des gesamten Gesprächs sind von ihm keine Durchhalteparolen zu hören wie „Wir schauen nur noch von Spiel zu Spiel“ oder „Wir müssen jetzt alle noch enger zusammenrücken.“ Dabei wäre es kein Wunder, wenn Trainer Nabil Toumi in der Situation des Harburger TB solche Sätze sagen würde. Sein Team ist Tabellenletzter der Landesliga mit sechs Zählern Rückstand zum ersten Nicht-Abstiegsplatz.
Toumi, Trainer des Aufsteigers, sagt dagegen: „Ein Abstieg wäre kein Beinbruch. Immerhin haben 90 Prozent meiner Spieler noch nie höher als Bezirksliga gespielt, einige vorher noch nie bei den Männern.“ Die Altersangaben der Mitglieder der defensiven Viererkette: Zweimal 20, 17 und 18 Jahre spielten dort zuletzt zusammen.
Überhaupt dreht sich fast alles nur um Entwicklung, wenn sich der studierte Maschinenbauer – jetzt in leitender Tätigkeit bei einer Berufsgenossenschaft beschäftigt – aktiv oder gedanklich mit Fußball beschäftigt. Und das runde Kunstleder nimmt im Leben des 32-Jährigen eine nicht ganz unwichtige Rolle ein. „In meinem Freundeskreis heißt es, das sei bei mir schon exzessiv“, so Toumi.
Seit 16 Jahren arbeitet er beim HTB als Trainer, seit zwei Jahren koordiniert er verantwortlich den Leistungsbereich des Vereins. Kein Wunder, dass ihn der jüngst für die herausragende Jugendarbeit an den HTB verliehene Uwe-Seeler-Preis mindestens genauso beschäftigt, wie die derzeitige Situation in der Landesliga. Zudem trainiert er einmal wöchentlich für den HFV auf dessen Stützpunkt an der Dratelnstraße gemeinsam mit Bodo Blank und Helge Jalass die talentiertesten Jungfußballer aus dem Süden.
„Wir müssen realistisch sein. Die Landesliga ist für den HTB die Schmerzgrenze. Wir wollen nicht mehr mit dem Einsatz von viel Geld mehr erreichen. Deswegen müssen wir auch damit leben lernen, dass unsere Topleute mittelfristig nicht zu halten sein werden“, hat sich Toumi gedanklich schon mal auf Unvermeidliches eingestellt. Um dann aber gleich wieder umzuschwenken:“Viel wichtiger ist eigentlich, wie es mit meinem 1998er-Jahrgang weitergeht, wenn der herrenpflichtig geworden ist.“
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