Das Laufwunder

1960 im alten Millerntor-Stadion an der Glacischaussee: Horst Offenhauser (Mitte) im Trikot des HTB in Aktion. Foto: Sport

HSC und HTB-Legende Horst Offenhauser wurde 80

Von Waldemar Düse. An ihm lassen sich wie an kaum jemandem sonst sämtliche Höhen und Tiefen des Fußballs in Harburg ablesen. Vier Jahrzehnte lang hat Horst Offenhauser getreu seinem Lebensmotto „Lebe bevor du stirbst“ im Süd-Fußball fast nichts ausgelassen.
Erste Bekanntschaft mit einer der großen Lieben eines Lebens macht er in der „Steinschlucht“, der legendären ehemaligen Spielstätte des SV Rönneburg. Als der 15-Jährige in die Jugend-Abteilung des HTB wechselt, hat der Klub von der Jahnhöhe sich zur unangefochtenen Nummer eins in Harburg aufgeschwungen.
Drei Spielzeiten lang schafft es der Klub nach seinem Aufstieg im Sommer 1951, als einer von 76 deutschen Erstligisten in der dünnen Luft der Oberliga Nord zu überleben. „Das Laufwunder“, so HTB-Vize-Präsident Klaus Buchholz, bestreitet dort insgesamt fünf Partien und erzielt ein Tor.

Wilde Jahre beim HTB, Karrierende beim HSC

Nach einem kurzen Abstecher zu Teutonia Uelzen in die Amateurliga Niedersachsen kehrt er 1957 auf die Jahnhöhe zurück. Aus dem „Laufwunder“ ist mittlerweile ein gefürchteter Torjäger geworden. Bis zum Sommer 1964 gehört Offenhauser zu den prägenden Figuren dieser wilden Jahre des HTB. Insbesondere die Aufstiegs- und Entscheidungsspiele zur Oberliga Nord vor mehreren zehntausend Zuschauern am Millerntor nehmen in der Vereinsgeschichte des bis heute eine herausgehobene Rolle ein.
1964 hangelt sich der Emporkömmling Rasensport mit nicht unerheblichen finanziellen Mitteln für eine Saison sensationell in die Regionalliga. Horst Offenhauser lässt auch dieses Abenteuer nicht aus. 1971 beendet er in den Farben des HSC seine aktive Laufbahn. Der mit großen Hoffnungen ausgestattete Zusammenschluss der beiden Traditionsklubs Rasensport und Borussia hat unter Trainer Heiner Jauch gerade seine erste Spielzeit in Hamburgs zweithöchster Spielklasse hinter sich gebracht.
Auch wenn die Berichterstatter seine „ungestüme Kraft“ loben, lässt es der 34-jährige Offenhauser es fortan ruhiger angehen: Spielertrainer und Trainer bei der HNT und der FSV, Trainer beim HSC, bei Viktoria und dem FC Ellas. Alles Klubs, über die sich ebenfalls viele wehmütige Geschichten erzählen ließen.
Horst Offenhauser ist am Donnerstag 80 Jahre alt geworden.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.