„Das ist mir zuviel YouTube-Fußball“

Kein Ort für „Youtube“-Fußball mit sehenswerten Tricks und Torschüssen: Dersimspor im vergangenen Winter beim Punktspiel auf dem Alten Postweg gegen den Harburger Türksport. Foto: Köse

Desimspors Samir Balouch kritisiert seine jungen Spieler.

Von Waldemar Düse. Von den sieben für den heutigen Sonnabend und morgigen Sonntag angesetzten Oddset-Pokalspielen ist bereits eins Mitte der Woche abgesagt worden. Die Hoffnung auf Austragung der restlichen ist angesichts der regnerischen Witterung nicht besonders groß – gerade auf Grandplätzen (Neuland gegen Lohbrügge) oder auf Rasen (Grün-Weiss Harburg gegen Bergedorf 85). Ob das „Highlight der Saison“, so Grün-Weiss-Trainer Sven Siebert, noch in diesem Jahr in der Scharfschen Schlucht zu genießen sein wird, dahinter steht ein dickes Fragezeichen.
Gleiches gilt für die Partien des 2. Liga-Pokals. Dort sollen die Süd-Kreisligisten ebenfalls auf Grand (SV Wilhelmsburg II gegen Germania Schnelsen II) oder auf Rasen (Buchholz 08 II gegen Hamm United II) antreten.
Gar nicht mehr antreten wird Samir Balouch – jedenfalls ab sofort nicht mehr als Trainer des Bezirksliga-Zwölften Dersimspor. „Das hat mich zuviel Kraft gekostet und ich hatte keinen Spaß mehr, der im Amateurfußball unbedingt notwendig ist“, sagt Balouch.
Vor dem Hintergrund der unbefriedigenden sportlichen Situation hatte Balouch seiner Mannschaft bereits vor längerem ein „Ultimatum gestellt“, wie er selbst sagt: Entweder ein einstelliger Tabellenplatz am Jahresende oder er geht. Weil aber ein zwölfter Rang dieses Kriterium bekanntlich nicht erfüllt, zog Balouch die Konsequenzen. Mit ihm trat auch Cafer Kirac, Trainer der zweiten Mannschaft, zurück. „Mir fehlt bei vielen der jungen Spieler auch noch die richtige Einstellung, das ist mir zuviel YouTube-Fußball“, so Balouch. Wer auf dem Internetportal einmal gesehen hat, was Nutzer dort einstellen, weiß was Balouch meint: In den kurzen Clips dreht sich alles um sehenswerten Tricks und Torschüsse, gut auszusehen ist wichtiger als die Mannschaftsleistung.
Von seinem ehemaligen „Co“ und Nachfolger Baris Capar erhofft sich Balouch, dass „er besser durchgreifen kann“.
Zukünftig will sich Balouch im aufstrebenden Klub, der gerade mit einem Logistik-Unternehmen aus Wilhelmsburg einen Sponsor gewonnen hat, um die Verbesserung der Strukturen kümmern. Gerade hat sich Dersimspor im Phönixviertel einen eigenen Klubraum eingerichtet und ist auf die neue Kunstrasen-Anlage an der Baererstraße umgezogen.
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