Da brennt da huat

Auf dem Oktoberfest: Mia Meyer erlebte einen angenehmen Kulturschock in München. Foto: pr

Die Kolumne von Mia Meyer.

Eines hatte ich nicht ganz verstanden: Warum wollten nur alle in diese riesigen Zelte? Und wie zum Teufel hatte ich mich überreden lassen, dafür um sieben Uhr aufzustehen - an einem Samstag!
Ohne unsere Tour besonders zu planen, hatte ich mich mit meiner Freundin Nina auf den Weg zum Oktoberfest nach München gemacht, um dort ein paar Leute zu besuchen und dem Dirndl-Kult nachzugehen. Am Donnerstag bezogen wir unseren Kellerraum bei Theresa, einer Freundin von Nina. Um uns geistig schon ein wenig auf die bayrische Kultur einzustimmen, hörten wir bis tief in die Nacht bayrische Volkslieder (Mia‘s Kulturtipp: „Brenna tuats guat“ auf Youtube eingeben), probierten Theresas Trachten an und schauten uns Freitag nach einem ausgiebigen Shoppingtag schon einmal auf der Wiesn um.
Am Samstag machten wir uns dann gegen acht Uhr morgens auf den Weg zu den Zelten. „Hallen“ würde meiner Meinung nach eher passen, denn so viele Menschen, die schon in dieser unmenschlichen Frühe zu den Theresienwiesen pilgerten, mussten schließlich auch irgendwo untergebracht werden. Nur mit viel Glück und nicht ohne die Türsteher auszutricksen bahnten wir uns einen Weg durch die Menschenmassen ins Zelt. Dort war es schon proppenvoll. Nach einer Ewigkeit fanden wir endlich ein paar freie Plätze. Auf einmal war ich hellwach, denn im Zelt tobte schon morgens der Bär. Allerdings konnte ich mir nicht vorstellen, bis um elf Uhr nachts zu bleiben. Doch mir blieb keine Wahl, wer aufstand, verlor seinen Platz und wer aus dem Zelt ging, kam nicht wieder herein. Irgendwann gegen Abend, ich hatte mit angewöhnt vor Langeweile nicht mehr auf die Uhr zu schauen, wurde die Blaskapelle gegen eine Band eingewechselt. Die Menschen feierten auf den Bänken und die gute Laune steckte an, sodass ich wirklich bis zum Schluss blieb und danach noch mit auf die After-Wiesn-Partys in den Münchener Clubs kam.
Mein Fazit: Wer aus dem Norden kommt, erlebt auf den Wiesn den Kulturschock seines Lebens, aber wer jung ist, sollte sich diese Erfahrung nicht entgehen lassen!

Mia Meyer (18) ist Abiturientin des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in Harburg und Leistungssportlerin im Ruderclub Süderelbe (Internet http://www.rc-suederelbe.de). Im nächsten Jahr wird sie ein Studium beginnen. Was sie in ihrer Sportlerkarriere und in der Zeit vor dem Studienbeginn alles erlebt, steht in ihrer Kolumne im Wochenblatt zum Wochenende.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.