Baris Capar hatte die Schnauze voll

Eindrucksvoll: In der Kreisliga gewann der SV Wilhelmsburg 5:0 gegen Rönneburg und ist Zweiter. Foto: Köse

Fußball: Bezirksligist Dersimspor ist seinen Trainer los, hofft aber auf den Klassenerhalt.

Von Waldemar Düse. Es war ein wichtiger Schritt in Richtung Klassenerhalt: An den grauen Resopaltischen des Sportgerichts hatte Dersimspor dem Neuling ASV Hamburg den Einsatz eines Spielers unter falschem Namen nachgewiesen. Die daraus folgende 3:0-Umwertung zugunsten der abstiegsbedrohten Harburger kam zur rechten Zeit.
Zum einen sorgte sie für einen nur noch theoretisch aufzuholenden Neun-Punkte-Vorsprung auf die Abstiegsränge. Zum anderen verpasste sie den Ambitionen des Drittletzten Mesopotamien, den Rückstand doch noch aufzuholen, den wohl entscheidenden Schlag.
Im unmittelbar sportlichen Bereich läuft es bei der Mannschaft von der Baererstraße nicht ganz so gut, dort regiert eher das Durcheinander. Nach der 1:5-Pleite des vergangenen Wochen-endes beim SV Wilhelmsburg hatte Trainer Baris Capar nach nur wenigen Monaten die Schnauze voll und beendete seine Tätigkeit. Sein Nachfolger bis zum Saison-ende wird der bisherige Obmann Arno Thiel.
Beeindruckend ist in jedem Fall die Liste der Trainer bei Dersimspor in den vergangenen drei Jahren: Auf Mahmut Capan, der Andreas Kühner im November 2009 nach knapp anderthalbjähriger Tätigkeit beerbt hatte, folgte zum Saisonbeginn 2010 das Duo Tarik Tuncay/Samir Balouch, dann Samir Balouch allein und danach Capar.
Beim Kreisligisten Este 06/70 II muss oder besser gesagt will man sich von sofort an auf die Suche nach einem neuen Trainer machen. Der bisherige Coach Muharrem Tan hatte bereits zu Saisonbeginn angekündigt, zum Ende der Spielzeit nach sechsjähriger Tätigkeit nicht mehr weiterzumachen. Seit Ende Februar hatte sich das Verhältnis zwischen Tan, der in der neuen Saison den Kreisligisten FTSV Altenwerder II trainieren wird, und dem Verein stark abgekühlt. Am Dienstag wurde Tan unmittelbar vor dem Training „von seinen Aufgaben entbunden“, wie ihm per Brief dürr mitgeteilt wurde. „Das hatte richtig Stil. Ich bin maßlos enttäuscht. Wenn das der Dank für sechs Jahre Arbeit mit Herzblut ist …“, macht Tan keinen Hehl aus seiner Gefühlslage.
Die seiner Spieler scheint ähnlich gewesen zu sein. Sie nahmen das Training gar nicht erst auf und wollen dem Vernehmen nach für den Verein auch nicht mehr zu den noch ausstehenden Spielen antreten. Sollte sich das bewahrheiten und der Verein bekommt keine andere Mannschaft zusammen, dann würden die Karten im Titelkampf völlig neu gemischt.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.