Statussymbol adé

Büffeln für den Führerschein in der Fahrschule Kai Wüpper. Foto: Tsilis

„Lappen“ und Auto für junge Städter nicht mehr so wichtig.

Von Andreas Tsilis. Was früher hip war, wird heuer augenscheinlich immer mehr zum Flop. Bis in die 2000er-Jahre war der Führerschein und eigene Pkw bei 18-jährigen gesetzt. Seit einigen Jahren läuft es vielerorts anders. Bei den jungen Leuten muss der frühe Führerschein und Pkw-Erwerb warten. Erst mit 23, 24 Jahren wird der „Lappen“ gemacht, das belegen aktuelle Zahlen des Kraftfahrbundesamts (KBA) und der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BVF). Und auch dann bleibt jeder Fünfte zwischen 18 und 34 Jahren in seinem Haushalt ohne Auto. 1998 war es nur jeder Zehnte. Die Ursachen sind vielfältig: steigende Studentenzahlen, mehr Einpersonenhaushalte, Verstädterung, guter Personennahverkehr und weniger Geld in der Tasche. „Statussymbol adé“ orakelte bereits 2011 das BMW-nahe Institut für Mobilitätsforschung (IFMO). Peter Thies, Autohändler in dritter Generation, sieht das ähnlich. „Junge Städter können und wollen sich ein Auto nicht mehr leisten.“ Manches Problem sei dabei hausgemacht, bedauert Thies. „So geht Technik“, der Spruch ist für manchen Autokäufer und Verkäufer eher teurer Fluch als Segen.

iPhone 6 wichtiger als Smart for two.


Viele wägen ab: iPhone 6 und Notebook gegen Smart for two und Co. Unterm Strich sinkt der Stern des Autos und damit Erwerb und Wichtigkeit eines eigenen, fahrbaren Untersatzes. Harburgs Fahrschulen scheinen von diesem Wertewandel noch unberührt. „Viele Schüler machen unverdrossen ihren Führerschein“, sagt Patrick Müller, Büroleiter der Intensivfahrschule Hanse. Nach seinen Worten sei man gut ausgelastet. Die Zahlen des KBA und BVF kann er ebensowenig nachvollziehen wie Fahrschule Hansen-Mitarbeiterin Ellen Peters-Hölger. Auch Fahrschulinhaber Kai Wüpper macht andere Erfahrungen. Gerade auf dem Land gäbe es nur wenig junge Leute, die keinen Führerschein hätten. Dort sei man in Sachen Mobilität stärker auf das Auto angewiesen.
Gut möglich, dass ausgerechnet eine Software-Schmiede der Führerscheinprüfung bald den Garaus macht. Wie viele andere bastelt Google am selbstfahrenden Auto. Vielleicht reicht dann fürs Autofahren der PC-Kurs der Volkshochschule.

Auto

Durchschnittlich 346 Euro monatlich zahlten Haushalte 2010 für Mobilität – soviel wie für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren.
Der Pkw-Führerschein kostet bundesweit zwischen 1.300 und 2.200 Euro. Monatliches, tarifliches Azubi-Gehalt: Im Schnitt 761 Euro brutto.
2013 sind in Hamburg 40,2 Prozent bei der praktischen Führerscheinprüfung durchgefallen. (Quellen: Institut für Berufsbildung 2013, Auto Club Europa 2013, Statista.com 2010-2015) (AT)
Auto Thies Tel. 767 30 60

Fahrschule Kai Wüpper
Tel. 790 90 400

Intensivfahrschule Hanse
Tel. 768 99 000

Fahrschule Hansen
Tel. 77 05 34
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