Schöne neue Technikwelt

Gregor Schreiber vor der 4 K Fernsehwand. Im Gegensatz zu 3D verkaufen sich die hochauflösenden TV-Geräte gut. Foto: Andreas Tsilis

Facebook und Sony mit ehrgeizigen Zielen, Google verschiebt Verkaufsstart – doch wer braucht einen Minicomputer am Kopf?

Von Andreas Tsilis. Lust auf Technik? Das, was angesagt ist, zeigt alljährlich die Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas. Anschließend wandern die neuesten Elektro-Spielereien dann in die Verkaufsregale der Händler oder auch nicht.
In diesem Jahr waren Computerbrillen ein großes Thema. Während Facebook und Sony ihre Brillen für virtuelle (künstliche) Spiele-Welten dieses Jahr auf den Markt bringen wollen, wurde der Verkaufsstart der Google „Glass“-Computerbrille auf unbestimmte Zeit verschoben. Technik und Handhabung des noch 2012 als Meilenstein gepriesenen Prototyps ließen zu wünschen übrig. Hinzu kommt: Wer braucht eine Brille, mit der man zusätzlich (unbemerkt) fotografieren und im Internet surfen kann?

Optiker: Smartphones sorgen schon für genug Überreizung

Manch Harburger Optiker sucht deswegen nach einer plausiblen Antwort ­ wenn er sich überhaupt diese Frage stellt. Die Google-Brille mache für Otto Normalverbraucher nicht mehr Sinn als ein Smartphone, hört man aus den Fachgeschäften. Smartphones, sagen ansässige Optiker, „sorgen zudem schon für genug Überreizung“. Allemal billiger sind sie obendrein, auch die neuesten auf der CES präsentierten Geräte kosten weniger als die 1.500 Dollar (rund 1.300 Euro), die für Googles Erstlings-Brille hingeblättert werden sollten. Selbst eine verbesserte Version der Datenbrille für deutlich unter 1.000 Euro hätte es wohl in Harburg schwer, weil die Kundschaft fehlt. Ein spannendes Thema bleibt die weitere technische Entwicklung dennoch.

Die Frage bleibt: Sehhilfe oder Kopfkino?

„Gutes Sehen und Technik sind für die Branche schon wichtig“, sagt Stefanie Lemke, Filialleiterin bei Optiker Bode. Gutes Sehen und Technik, damit warben auf der CES auch Hersteller von Fernsehgeräten. Mit „8 K-Ultra-HD-TV“ zeigten Produzenten besonders ultrahochauflösende Fernseher.
Beim Vorgänger, dem 4 K-Modell, fehlte es allerdings an tauglichen Ausgabegeräten und manche DVD oder Blu Ray konnte nicht abgespielt werden. Das bremst den Verkauf. „Das hat sich nun geändert“, sagt Gregor Schreiber, TV-Experte bei Media Markt.
Der Branche tut das gut, nachdem das hochgelobte 3D-Format beim Konsumenten durchfiel: Die wenigsten wollen sich dafür eine spezielle Sehhilfe aufsetzen. Die meis-ten Brillenträger nutzen ihre Gläser als Hilfsmittel zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten. Das war schon vor gut 800 Jahren nicht anders, als der Prototyp der Brille erfunden wurde. Ob Googles Minicomputer am Kopf daran etwas ändert, bleibt abzuwarten.
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