Iwan Budnikowsky: Erfolgsstory mit Seife aus Harburg

Zwei unterschiedliche Unternehmensschriftzüge und Öffnungszeiten ab 7 Uhr morgens: Die Filiale am Sand ist etwas Besonderes innerhalb der Budni-Familie. Foto: Tsilis

Im harten Verdrängungswettbewerb setzt Budnikowsky auf Regionalität und Nachbarschaft.

Von Andreas Tsilis. Nur einen Steinwurf entfernt, gründete Iwan Budnikowsky in der Mühlenstraße 33, dem heutigen Schloßmühlendamm, sein erstes Seifen-Spezialgeschäft. Das war vor 102 Jahren, jetzt treffen sich in der Budni-Filiale am Sand Kunden zwischen Kosmetik und Bionahrungsmitteln auch auf einen Schnack. Mit rund 400 Quadratmetern eher klein, gibt es dennoch das komplette budni-typische Sortiment aus Schönheit-, Gesundheit- und Haushaltsartikeln. Geschichtsträchtig ist die Verbundenheit mit dem Standort.
Seitdem Iwan Budnikowsky mit seinem Seifen-Spezialgeschäft Erfolg hatte, hat sich vieles verändert. Viele Drogerieketten entstanden, zeitweise gab es bundesweit 20 Unternehmen, von denen allerdings nur vier den knallharten, milliardenschweren Verdrängungswettbewerb überlebt haben. Budnikowsky gehört dazu und punktet dabei mit einer Besonderheit: Dem „Prinzip Regionalität“. „Wir wollen der gute Nachbar sein“, sagt Geschäftsführer Cord Wöhlke, „jemand, der sein echtes Interesse an den Menschen zeigt.“
Der ideenreiche Unternehmer warb schon mit Slogans wie „Heimat Budni“; der Wechsel zu Eigenmarken soll die gewachsene regionale Verwurzelung noch deutlicher machen. Er fühle sich manchmal auch ein bisschen als gallisches Dorf, sagt Wöhlke. Das klingt wie aus einem Asterix und Obelix-
Comic, hat aber einen realen Hintergrund. In der Branche herrschte lange Zeit Einigkeit darüber, dass Hamburg alleiniges Budnikowsky-Territorium bleibt. Dann ging der ehemalige, international agierende Kooperationspartner „dm“ dazu über, ein engeres Filialnetz in der Hansestadt zu eröffnen. Der Rest ist Geschichte.
Eine 1999 geschlossene Kooperationsvereinbarung wurde jüngst aufgelöst. „Budni“, wie viele Kunden das Unternehmen nennen, setzt verstärkt auf Hausmarken, produziert von „erfahrenen Herstellern, die auch andere Händler beliefern“. Bis zum Jahresende sollen rund 200 weitere Produkte im Sortiment aufgenommen werden.
Für viele Harburger bleibt dennoch alles beim Alten. Den frühmorgendlichen Besuch des Wochenmarktes verbinden sie gern mit einem Einkauf in der Budni-Filiale am Sand. Die hat unter der Woche bereits ab 7 Uhr geöffnet – eine weitere Besonderheit innerhalb der Budni-Familie.

Iwan Budnikowsky

eröffnete in Harburg am 2. Oktober 1912 sein erstes Seifen-Spezialgeschäft.
Daraus entwickelte sich eine Drogeriemarktkette mit aktuell 176 Filialen und fast 1.900 Mitarbeitern. Bis April 2016 sollen zehn weitere Filialen eröffnet werden, allerdings keine in Harburg. Für Neueröffnungen werden bis zu 40 Führungsmitarbeiter gesucht. 2013 lag der Umsatz nach Schätzungen bei 400 Millionen Euro. (AT)
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