Ihre Kunden haben die Füße schön – und gesund

Annette Heidemann ist seit 42 Jahren kosmetische Fußpflegerin. Foto: Tsilis

Was machen Podologen und Fußpfleger?

Von Andreas Tsilis. Wer schon mal „Wer wird Millionär“ geschaut hat, könnte wissen, dass ein Podologe an fremden Füßen arbeitet. Doch das ist bloß ein Teil der Wahrheit. Eine der wichtigsten Aufgaben der medizinischen Fußpfleger ist die Vorbeugung. Podologen sollen möglichst nicht erst eingreifen, wenn ein Fuß schmerzt und und Schäden aufweist.
Das beginnt bereits beim gesunden Stehen und Gehen und nicht zuletzt bei der Wahl der richtigen Schuhe. „Vielen Patienten muss erst einmal klar gemacht werden, dass ein dicker Fuß nicht in einen schmalen Schuh passt“, sagt Thomas Beermann, selbstständiger Podologe aus Wilhelmsburg. Häufiger geht es auch darum, einen eingewachsenen Zehennagel nicht nur zu behandeln und korrekt zu schneiden, sondern zu analysieren, wieso er überhaupt immer wieder einwächst. Auch konstruieren Podologen Zwischenzehkeile oder Nagelspangen, die ähnlich wie bei einer Zahnspange die Fußnägel wieder zurechtrücken sollen.
Sehr wichtig für die Patienten ist die Behandlung des diabetischen Fußes – Zuckerkranke haben ein vierfach erhöhtes Amputationsrisiko. „Wir machen nichts schön, wir heilen“, bringt es Podologe Beermann auf den Punkt. Fachleute wie er sorgen dafür, dass die Füße gesund bleiben und offene Stellen sofort behandelt werden.

Seelenmassage für fremde Füße

Die Füße schön, bietet dagegen Annette Heidemann ihren Kunden. „Irgend etwas hat jeder“, sagt die kosmetische Fußpflegerin, und meint damit nicht nur Hühneraugen, Warzen oder brüchige Nägel. Viele Kunden schütten bei ihr das Herz aus, „Seelenfürsorge“ nennt Heidemann das, was sie macht. Wie Kollege Beermann bringt auch sie die nötige Portion Interesse für Füße mit. Im Gegensatz zu ihm, hat sie die Zusatzausbildung zur Podologin allerdings nicht gemacht. Sie ist seit 42 Jahren mit Herz und Seele kosmetische Fußpflegerin. Anders als bei den Podologen ist die kosmetische Fußpflege allerdings hart umkämpft. Man mache sich den Markt durch Dumpingpreise selber kaputt, meint Heidemann, zumal die Konkurrenz groß sei.
Podologe Beermann hat es besser getroffen. Wilhelmsburg sei kein beliebter Standort, um sich selbständig zu machen. „Glück für mich“, sagt Beermann, „dass hier die wenigsten mit fremden Füßen arbeiten wollen.“
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