Wohnschiff „Transit“ wird geschlossen

Nur noch bis Ende 2019 Flüchtlingsunterkunft: das Wohnschiff „Transit“. Fotos: mag

Der Mietvertrag für die Folgeeinrichtung wird über
das Jahr 2019 hinaus nicht verlängert

Andreas Göhring, Harburg

Der Fünf-Jahres-Mietvertrag für das Wohnschiff „Transit“ im Harburger Binnenhafen wird nicht verlängert. Das hat Anselm Sprandel, Leiter des „Zentralen Koordinierungsstabs Flüchtlinge“ (ZKF), im Harburger Sozialausschuss verkündet. Im Klartext: Ende 2019 wird die Folgeeinrichtung für die Unterbringung von Flüchtlingen am Kanalplatz geschlossen. Bis dahin wird die Stadt Hamburg rund 7,4 Millionen Euro an den niederländischen Eigentümer des ehemaligen Hotelschiffs überwiesen haben.
Sprandel war einem Antrag der beiden FDP-Bezirksabgeodneten Viktoria Pawlowski und Carsten Schuster gefolgt, die wissen wollten, wie sich der Bürgervertrag mit der Neugraben-Fischbeker Initiative „NEIN zur Politik – JA zur Hilfe“ auf die Flüchtlingsunterbringung im Bezirk Harburg auswirkt. Sprandel hat die Gelegenheit genutzt, einen aktuellen Überblick zur Situation zu geben.
Schon bekannt war, dass die Erstaufnahmen am Geutensweg (Ex-Obi-Markt), auf dem Schwarzenberg und Neuland II (Ex-Fegro) zurzeit gerade aufgelöst werden. Falls es keine dramatische Wende gibt und die Zahl der Geflüchteten nicht wieder ansteigt, könnte bis Ende des Jahres auch die Erstaufnahme Neuland I (gegenüber Fegro) geschlossen werden.
Tatsächlich waren Ende 2016 von den 40.000 Flüchtlingen in Hamburg 5.600 im Bezirk Harburg untergebracht. Sprandel: „Harburg hat da überdurchschnittlich viel geleistet.“ Ende 2017 sollen nur noch 4.400 Geflüchtete in Unterkünften im Bezirk leben – falls Neuland I geschlossen wird, sogar nur 4.000 Flüchtlinge.
Die Folgen des Bürgervertrags sind jetzt in Rönneburg und Langenbek zu spüren. Sprandel: „Die Initiative wollte kleinere Unterkünfte, deshalb suchen wir jetzt mehr Standorte.“
Einer davon sei am Rönneburger Stieg. Weil es dort sofort Proteste und naturschutzrechtliche Bedenken gab, sollen dort nur 260 Personen untergebracht werden – also 40 weniger als laut Bürgervertrag gefordert. Trotzdem haben jetzt mindestens 80 Anwohner Widerstand angemeldet. Sie machen sich nach eigenen Angaben vor allem Sorgen um die Natur und die fehlende Infrastruktur.
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