Wohin mit dem Altpapier?

Wie schmuddelig! Die Altpapiercontainer am Blankeneser Markt sind nicht nur weit weg vom Treppenviertel, sie quellen auch über. Foto: jve

Im Blankeneser Treppenviertel holt die Stadtreinigung das Altpapier nicht mehr von der Straße ab – nach Protesten wurden jetzt Rollcontainer aufgestellt

Von Vellguth/ Istel, Blankenese

Ein Aufschrei ging durch das Treppenviertel: Seit Jahresbeginn holt die Stadtreinigung Hamburg (SRH) kein Altpapier mehr ab. Wie sollen die Bewohner des Viertels nun ihr Papier loswerden? Zwar gibt es Container im Ortskern Blankeneses, doch die sind viele Stufen von den Haushalten entfernt. Und bepackt mit schweren Papierbündeln die Treppenzu erklimmen, das ist mühsam – vor allem für ältere Leute.
Hanno Wember (69) ärgert sich maßlos. Alle zwei Wochen brachte er bisher mit einer Sackkarre zwei große Kartons mit Altpapier vom Süllbergsweg zur Sammelstelle an der Straße. Damit ist seit Jahresbeginn – wie in 15 anderen Stadtteilen – Schluss. „Bestellen Sie jetzt Ihre blaue Altpapiertonne“, heißt es lakonisch seitens der Stadtreinigung.

„Ich würde die blaue Tonne ja bestellen, das geht hier aber nicht“, sagt Wember verärgert. „Wir haben ja hier auch keine normalen Abfalltonnen.“
Das Problem sind die vielen Stufen: Die Stadtreinigung kann den Müll nur an bestimmten Stellen abholen. 60 Stufen bergab oder drei Treppen bergauf muss Wember bereits jetzt zurücklegen, um Müllsäcke für die Abfuhr an die Straße zu legen. Über diese Strecke eine volle blaue Tonne zu befördern, ist für ihn unmöglich.
Die Stadtreinigung verweist auf ihre grünen Altpapiercontainer. Doch für Wember befinden sich der nächste Container am Markt. Dafür muss er eine Viertelstunde laufen und über mehr als 100 Stufen erklimmen.
Helmut Wichmann (90) vom Blankeneser Bürgerverein (BBV) beschwerte sich bei der Stadtreinigung – und suchte gemeinsam mit dem Förderverein Blankenese das Gespräch mit der SRH.
Eine Lösung scheint gefunden zu sein: „Es gibt vier Rollcontainer an drei Standorten, in denen das Altpapier entsorgt werden kann“, so Reinhard Fiedler, Sprecher der SRH. Geleert werden die Container „bedarfsgerecht“, also wenn sie voll sind. Feste Leerungstage gibt es nicht.
Das letzte Wort, ob die Container stehen bleiben ist jedoch noch nicht gesprochen: „Es ist ein Versuch“, so Fiedler. „Der muss klappen.“ Sollten beispielsweise Gewerbetreibende ihre Pappkartons dort entsorgen, um Gebühren zu sparen, steht die Container-
Lösung auf der Kippe. Doch Fiedler ist optimistisch: „Die Container stehen seit knapp zwei Wochen. Die bisherigen Anzeichen sind gut.“ Auch Wichmann ist erleichtert: „Ein Anfang ist gemacht. Alle Beteiligten bleiben dazu auch weiter in Kontakt.“

Keine Abholung von Altpapier

In Altona Altstadt und Nord, Eimsbüttel,Hoheluft West und Ost, Eppendorf, Harves-tehude, Rotherbaum, Ottensen, St. Pauli, St. Georg, Neustadt, Sternschanze, Uhlenhorst und Winterhude wird seit Jahresbeginn kein gebündeltes Altpapier, das am Straßenrand liegt, gesammelt. Nur in Blankenese läuft ein Versuch mit vier Rollcontainern als Abgebeort. Sie werden nur geleert, wenn sie voll sind. KI
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