„Wo steht geschrieben, dass man etwas können muss?“

Auf so einem Alsterdampfer kommt es zum Show-down in „Onno Viets und der Irre vom Kiez“. Frank Schulz hat schon mal Platz genommen. Foto: Gunter Glücklich

Frank Schulz über Harburg und „Onno Viets und der Irre vom Kiez“.

Er ist Harry Rowohlts Lieblingsautor und schreibt für eine wachsende Fan-Gemeinde: Frank Schulz hat seine Mittagspause in einem griechischen
Restaurant in Winterhude für ein Interview geopfert.
Wochenblatt am Wochenende: Herr Schulz, Sie arbeiten an der Fortsetzung von „Onno Viets und der Irre vom Kiez“. Was macht Onno nach seiner Episode als Privatdetektiv als nächstes?
Frank Schulz: Ich kann schon soviel verraten, dass er auf einem Kreuzfahrtschiff arbeitet. Ich werde deshalb demnächst eine Kreuzfahrt zu Recherchezwecken unternehmen.
WaW: Ihr Held ist hochsympathisch, obwohl er wenig kann, außer seine Kumpels beim Tischtennis zu besiegen.
Frank Schulz: Wo steht geschrieben, dass man etwas können muss? Außer vielleicht im Wahlprogramm der FDP. Onno ist trotz seiner Trotteligkeit aber nicht das totale Opfer und überhaupt kein larmoyanter Zeitgenosse.
WaW: In den Siebzigern hätte er sein Auskommen bei der Post gehabt?
Frank Schulz: Genau. Aber diese Jobs gibt es nicht mehr. Onno ist durchs Netz gefallen.
WaW: Kann es sein, dass Onnos Leben bald in die Kinos kommt?
Frank Schulz: Könnte sein, momentan wird am Drehbuch gearbeitet. Ich habe dabei eine beratende Funktion.
WaW:  In Ihrem Roman „Morbus fonticuli oder Die Sehnsucht des Laien“ führt Ich-Erzähler Bodo Morten ein Doppelleben zwischen Eimsbüttel und dem Süderelberaum, wo er als Redakteur eines Anzeigenblatts mit der 18-jährigen
Floristin Bärbel anbändelt. Wie haben Sie das recherchiert?

Frank Schulz: Zwischen 1987 und 88 habe ich im Neuen Ruf Verlag, für ein Objekt namens „Elbe Extra“, das alle 14 Tage für Harburg erschien, gearbeitet.
WaW: Gab es ein Vorbild für die wilde Bärbel aus Neuwiedenthal?
Frank Schulz: Es mag enttäuschend sein, aber ich selber habe kein Doppelleben geführt und kann hier nicht mit deftigen Details aus Harburg aufwarten. Der Großteil des Romans ist Fiktion. In einem Internet-Forum schrieb allerdings mal jemand, dass er Bärbel persönlich kenne. Da weiß er mehr als ich.
WaW: Was hat Ihnen an den Harburgern gefallen?
Frank Schulz: Eine Typologie ist schwierig. Ich stamme selber von südlich der Elbe. Aus Hagen bei Stade. Vielleicht ist es der provinzielle Widerhall im Positiven, den ich dort mochte.
WaW: Die „Hexen-Kate“, in der sich Bodo und Bärbel über den Weg laufen, ist aber der bekannten „Hexenklause“ entlehnt?
Frank Schulz: Da war ich wirklich einige Male. Die „Hexenklause“ stand Pate. Gibts die eigentlich noch?
WaW: Nein, da ist jetzt ein Wohnhaus drin.

Buchtipp: Frank Schulz: „Onno Viets und der Irre vom Kiez“ seit Oktober als Taschenbuch erhältlich
368 Seiten
ISBN 978-3-499-25973-9
9,99 Euro
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