Wieder ein Masterplan ohne Harburg

Das Projekt Eco-City ist festgefahren. Wie wäre es statt Wohnen mit einem Handwerkerhof? Foto: mag
Von Andreas Göhring. Hat die Wirtschaftsbehörde den Bezirk Harburg aus den Augen verloren?. Da beschließt sie einen „Masterplan Handwerk 2020“ und jubelt in einer 70-Seiten-Drucksache darüber, wie wichtig städtische Gewerbehöfe für die Entwicklung des lokalen Handwerks seien. Aber auf den 70 Seiten taucht Harburg nur ein einziges Mal auf – nämlich dass der Bezirk ähnlich wie Bergedorf „vergleichsweise ausreichend“ mit Gewerbeflächen ausgestattet sei. Und so wundert es nicht, dass auch bei den Zukunftsperspektiven Harburg nicht mehr vorkommt.

Betriebe drohen ins Umland abzuwandern

Das hatte die CDU-Fraktion im Juni in der Bezirksversammlung aufgegriffen und einfach mal einen Antrag formuliert. Die Forderung: Die Fachbehörden sollen in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer und dem Bezirksamt ein Konzept für einen Handwerker- und Gewerbehof in Harburg entwickeln und gleichzeitig auch sagen, wie das alles finanziert werden soll.
Ein Vierteljahr später liegt eine Reaktion der Wirtschaftsbehörde vor: „Zentralität, hohe Bevölkerungsdichte sowie mangelnde alternative Flächenversorgung auf dem städtischen oder privaten Gewerbeflächenmarkt sind die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Betrieb eines Handwerker- und Gewerbehofes. Aufgrund der noch verfügbaren Gewerbeflächen für kleine und mittlere Betriebe in Harburg sind die Voraussetzungen aus fachlicher Sicht derzeit nicht gegeben.“ Deshalb könne die Behörde ihre Unterstützung für die Entwicklung eines Handwerkerhofes in Harburg nicht in Aussicht stellen. Punkt. Aus!
In ihrer Begründung bezieht sich die Behörde auf den „Masterplan Handwerk 2020“ – lässt dabei ein wichtiges Argument unter den Tisch fallen. Im Masterplan heißt es nämlich auch: „Allerdings stehen Bergedorf und Harburg in Konkurrenz mit dem benachbarten Umland.“
Dort sei meist günstigerer Gewerberaum verfügbar, der verkehrlich „gleichwertig gut angebunden“ sei.
„Mit der Absage der Fachbehörde gibt sich unsere Fraktion nicht zufrieden“, sagt der CDU-Bezirksabgeordnete Martin Hoschützky. Vor allem vor dem Hintergrund der Abwanderung von Betrieben in das Umland werde sie die Behörde erneut auffordern, auf die spezifische Lage im Bezirk Harburg einzugehen.
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