Wie ein Altonaer Fußballplätze zu den Geflüchteten bringt

Freizeitkicker aus Nahost: Amir (Iran, v. l.), Ayaz (Syrien), Hassan, Abdull, Mustafa (alle Irak), Haji (Syrien). „Wenn ich merke, dass die Spieler unter sich bleiben, mische ich die Nationalitäten ordentlich durcheinander“, sagt Hannes Nöllenheidt (ganz links). Foto: cvs

Zwei neue Streetsoccer-Anlagen kamen durch Spenden zusammen: Ottenser Verein Kick it – United weitet sein Angebot aus

Von Christoher von Savigny. Am Anfang stand der Gedanke, Menschen zu unterstützen, die neu sind in Deutschland – und um die sich sonst niemand so richtig kümmert: Vor einem knappen Jahr hat der Altonaer Hannes Nöllenheidt den Verein „Kick it – United“ gegründet, der Hamburgs Flüchtlingen den Fußball quasi vor die Haustüre bringt. Mehrmals pro Woche fährt der Mittfünfziger die Zentralen Erstaufnahmeeinrichtungen (ZEAs) der Hansestadt an. Immer im Gepäck: ein etwa 13 mal 20 Meter großer, mobiler Streetsoccer-Platz, der vor Ort von Spielern und Betreuern aufgebaut wird. Das Angebot läuft prima – meist können es die Bewohner (aktuell fast ausschließich junge Männer) kaum erwarten, gegen den Ball zu treten.
In diesen Tagen hat der Verein besonders gute Nachrichten zu vermelden: „Die Spendensammlung war erfolgreich“, sagt Nöllenheidt. Zwei neue transportable Fußballfelder zum Stückpreis von 13.000 Euro hat „Kick it – United“ bestellt, etwa Anfang Dezember werden sie geliefert. Damit werden zwei weitere ZEAs in Wilhelmsburg und in Niendorf ausgestattet. Vorteil: Die Soccer-Plätze können künftig vor Ort stehen bleiben, dadurch entfällt der zeitaufwendige Auf- und Abbau. Mindestens ebenso wichtig: Die Bewohner können den Platz die ganze Woche über uneingeschränkt (und auch ohne Betreuung) nutzen. „In Harburg haben wir den Platz den ganzen Sommer über stehen gelassen – das hat prima geklappt“, berichtet Nöllenheidt.

Hannes Nöllenheidt opfert einen Großteil seiner Freizeit

Begleitet wird das wöchentliche Mitkick-Angebot von Ehrenamtlichen sowie von Studenten der Uni Hamburg. Weil momentan einige Helfer abgesprungen sind, plant der Verein eine Promotion-Aktion auf dem Unigelände. „Dort soll unter anderem auch Fußball gespielt werden“, sagt der Vereinsvorsitzende, der dem Projekt einen Großteil seiner Freizeit opfert. Für den besonders steinigen und scharfkantigen Boden des Flüchtlingscamp in der Dratelnstraße (Wilhelmsburg) möchte Nöllenheidt gerne noch einen Kunstrasen dazukaufen – eine Geldfrage. „Leider bekommen wir immer noch keine öffentliche Förderung“, klagt der Initiator.
Mit Bahrenfeld, Schnelsen, Niendorf, Wilhelmsburg und Harburg versorgt der Verein zurzeit fünf der größten Hamburger Flüchtlingsunterkünfte. Das Angebot soll auch im Herbst und Winter weiterlaufen.
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