Was kostet der Wahlkampf?

Am Sonntag, 24. September, zeigt sich, wessen Botschaft die Wähler erhört haben. Im Wahlkreis 23, Harburg/Bergedorf, werden Metin Hakverdi (SPD) und Herlind Gundelach (CDU) die größten Chancen eingeräumt. Foto: sl

Bundestagswahl am 24. September: SPD Harburg gibt 22.000 Euro aus, die CDU Harburg maximal 10.000 Euro

Olaf Zimmermann, Harburg
So mancher Bürger mag aufatmen: Die Bundestagswahl rückt immer näher. Am Sonntag, 24. September, hat der Wahlkampf endlich ein Ende. Im Wahlkreis Harburg/Bergedorf möchte der Wilhelmsburger Metin Hakverdi (SPD) sein Direktmandat verteidigen. Der SPD-Kreisverband Harburg „hat für den Wahlkampf im Bezirk einen Etat von 22.000 Euro zur Verfügung“, teilt der Kreisvorsitzende Frank Richter mit. Metin Hakverdi beteiligt sich nach eigenen Angaben mit etwa 8.000 bis 10.000 Euro an den Wahlkampfkosten.
Noch deutlich tiefer in die Tasche greift Herlind Gundelach. „Etwa den Gegenwert eines guten mitteleuropäischen Kleinwagens“ lässt sich die ebenfalls in Wilhelmsburg wohnende CDU-Kandidatin den Versuch, den Wahlkreis der SPD abzunehmen, kosten. Der CDU Kreisverband Harburg will für den Wahlkampf rund 5.000 Euro ausgeben, bei Bedarf stehen weitere 5.000 Euro bereit. Das Verhältnis zur eigenen Kandidatin Herlind Gundelach ist eher frostig. „Wir finanzieren keine Gundelach-Plakate“, sagt Harburgs CDU-Kreisvorsitzender Ralf-Dieter Fischer, „auch die Durchführung und Ankündigung ihrer Veranstaltungen werden von ihr allein getragen.“ Für Herlind Gundelach kommt diese Knauserigkeit nicht überraschend: „Besonders spendabel war der Kreisverband Harburg noch nie.“
Die Grünen Kreisverbände Harburg und Bergedorf investieren zusammen rund 14.000 Euro in den Wahlkampf. Ihr Kandidat Manuel Sarrazin trägt davon keine Kosten. „Er spendet aber regelmäßig an seinen Kreisverband“, teilt Grünen-Sprecherin Silke Lipphardt mit.
Noch sparsamer geht’s bei der FDP zu. „Für den Wahlkampf meiner Direktkandidatur stehen etwa 3.000 Euro zur Verfügung. Davon wurden rund 2.000 Euro für Flyer und Plakate ausgegeben. Der Restbetrag ist für den Onlinewahlkampf“, sagt Carl Cevin-Key Coste. Woher stammt das Geld? Coste: „800 Euro habe ich bisher selbst gespendet, die verbleibenden 2.200 Euro habe ich von Bekannten und Freunden erhalten, die meine Kandidatur unterstützen.“ Die Linke lässt sich den Wahlkampf ihres Kandidaten David Stoop „maximal 5.000 Euro kosten. Unser Direktkandidat David Stoop ist nicht mit eigenen Mitteln am Budget beteiligt“, erläutert Sven Uwe Ihling vom Bezirksvorstand Harburg.
Die AfD ließ Fragen nach dem Wahlkampfetat ihres Direktkandidaten im Wahlkreis Harburg/Bergedorf, Peter Lorkowski, unbeantwortet.

Kandidaten
Im Wahlkreis 23 Hamburg-Bergedorf-Harburg bewerben sich zwölf Kandidaten um das Mandat: Als Favorit in dieser SPD-Hochburg gilt der Wilhelmsburger Metin Hakverdi (SPD), der den Wahlkreis bei der letzten Bundestagswahl direkt gewonnen hat. CDU-Kandidatin Herlind Gundelach war vor vier Jahren über die Landesliste in den Bundestag eingezogen. Diesmal hatte sie bei der CDU-Listenaufstellung keine Chance gegen den Männerklüngel und muss hoffen, den Wahlkreis direkt zu gewinnen. Außerdem treten Manuel Sarrazin (Grüne), David Stoop (Linke), Car Cevin-Key Coste (FDP), Peter-Paul Lorkowski (AfD), Lennart Schwarzbach (NPD), Aslan Özkan (Freie Wähler), Volker Behrendt (ÖDP), Jürgen Bader (MLPD) sowie die Einzelbewerber Hans-Uwe Scharnweber und Frank Michael Giebel an.
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