Von „Klein Tibet“ nach Delhi

Blick auf Choglamsar, ein kleines Dorf in der Nähe von Leh. Auf den Dächern werden Gräser und Kuhdung gelagert, um die Häuser für den Winter zu isolieren. Foto: meret hoyer

Nach dem Abi ins Ausland: Was Meret aus Harburg in einem Krankenhaus in Indien
erlebt – dritter Teil unser neuen Kolumne

Meret Hoyer, Ladakh

Drei Monate habe ich nun in Ladakh gelebt, zwischen den Bergen des Himalayas in Indien auf 3.500 Metern Höhe in einer stillen Umgebung und ohne WLAN. Zum Winter hin wird es noch ruhiger, Touristen besuchen das indische Himalaya nur im Sommer, und auch viele Einheimische fliehen vor den kalten Wintern, in denen es gut minus 30 Grad werden kann, in andere Orte Indiens.
Im Winter bekommen alle Schüler drei Monate Schulferien, weshalb der Mahabodhi-Campus ab Mitte Dezember sehr ruhig wird. Die Mädchen und Jungen, die in den Hostels wohnen, besuchen in den Ferien ihre Eltern, die meisten Mitarbeiter arbeiten über den Winter in anderen Städten, ich wohne und arbeite nun in Neu Delhi, der indischen Hauptstadt.
Dass innerhalb eines Landes ein so großer Unterschied herrschen kann wie in Indien zwischen Delhi und Ladakh, ist wirklich unglaublich. Das eine ist das komplette Gegenteil des anderen.
Ladakh bedeutet für mich blauer Himmel, Berge, wenig, aber offene und freundliche Menschen, weniger Müll und frische Luft. Auch habe ich mich in Ladakh noch nie als Frau angemacht gefühlt oder musste Angst haben, dass ich beklaut werde. Dieses unwohle Gefühl hatte ich in Delhi schon manchmal. Zusätzlich ist Delhi eine sehr dreckige Stadt, bezogen auf Smog und Müll, der sich auf den Straßen ansammelt, weshalb es häufig unangenehm riecht. Auch die Massen an Menschen und Autos machen die Stadt laut und dreckig. Trotzdem ist Delhi eine sehr vielseitige Stadt, die tolle Sehenswürdigkeiten bietet.
Wenn ich mich aber zwischen Leh, was häufig „Klein-Tibet“ genannt wird, und Delhi, einer typischen indischen Stadt, entscheiden müsste, würde ich sofort Leh wählen!
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