Vom Himmel hoch, da komm ich her

Für den Weihnachtsmann beginnt jetzt die schönste Zeit des Jahres: Mit seinem roten Samtanzug, der Glocke und einem großen Sack, der randvoll mit Geschenken ist, macht er Kinder froh.
 
Meisterschaft „Deutschlands Weihnachtsmann 2011“: Der Hamburger Santa belegte am Ende einen guten dritten Platz und bedankte sich mit einem „Ho, Ho, Ho, Moin, Moin“.

„Hamburgs wahrer Weihnachtsmann“ hat jetzt viel zu tun.

Von Sabine Deh. Der Weihnachtsmann hat noch mal auf den Anrufbeantworter gesprochen. „Ich finde es schade, dass viele junge Menschen nicht mehr in der Lage sind, einen einzigen Vers eines Weihnachtsgedichtes fehlerfrei aufzusagen“, sagt Andreas Bley. Das hatte „Hamburgs wahrer Weihnachtsmann“ im Gespräch vergessen. Bis Heiligabend steckt seine kompakte Statur in einem roten Samtanzug, der mit weißem Plüschfell, goldenen Applikationen und Knöpfen verziert ist. Seinen gewaltigen Bauch schmückt ein breiter schwarzer Gürtel mit der Aufschrift „Santa“. Das Geschenk eines amerikanischen Kollegen. Die Glöckchen an seinen Stiefeln bimmeln bei jedem Schritt.
„Ein fähiger Weihnachtsmann muss ein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen haben“, sagt der Mann, der nach eigenen Angaben im Alter von 250 Jahren aufgehört hat, seine Geburtstage zu zählen. Wir sitzen in seinem gemütlichen Wohnzimmer. Überall liegen bereits eingepackte Geschenke herum. Auf dem Tisch mit der weißen gebügelten Decke steht ein Teller mit Plätzchen und Stollen. Der Kaffee wird in einer Thermos-kanne mit Rentier-Dekor warm gehalten.
Niemals, wirklich niemals dürfe ein Weihnachtsmann sich mit einem Handy am Ohr erwischen lassen oder die lieben Kleinen auf seinem Schoß mit einer Alkoholfahne nach ihren Wünschen befragen, betont Bley. Er dürfe auch nicht lustlos auf seinem Ohrensessel herumlümmeln, sondern müsse sein Amt stets mit Würde und Güte ausüben. „Für diesen Job muss man sich sehr viel Zeit nehmen und darf nicht einfach nur hektisch von Termin zu Termin eilen“, sagt der hanseatische Santa und streicht sich über seinen langen Bart.
Andreas Bley trifft sich mehrmals im Jahr mit Berufskollegen aus der ganzen Republik. Auf diesen Treffen wird der Wunsch nach einem „Weihnachtsmann-Dachverband“ immer lauter. Ganze Heerscharen von Weihnachtsmann-Agenturen hätten sich in der Zwischenzeit auf dem Markt breit gemacht, die ihre schlecht ausgebildeten Leute zu Dumpingpreisen an die Festtagsfront schicken. Eine Art amtliche Prüfung könne künftig gewährleisten, dass der Heilige Abend unter deutschen Tannenbäumen nicht aufgrund eines schlampig gekleideten, angesäuselten Weih-nachtsmannes mit verfilztem Kunstbart zum Fiasko wird.
Den Liebling aller Kinder gibt er auf Betriebsfeiern, in Einkaufszentren, auf Vereinsfeiern und im privaten Familienkreis. Eine Rute hat er nicht dabei. Sein wichtigstes Requisit ist das „Goldene Buch“, in dem er die Wunsch-listen der Kinder sammelt. In diesem Verzeichnis notiert er das ganze Jahr über die guten und die schlechten Taten der Mädchen und Jungen. Derart gut vorbereitet sei es dann gar nicht mehr so schwierig, vor Ort eine festliche Stimmung zu erzeugen.
Dass Andreas Bley etwas von seinem Handwerk versteht, beweist sein Abschneiden beim Wettbewerb „Deutschlands Weihnachtsmann 2011“. 15 Kandidaten bewarben sich bei der Endausscheidung um den Titel. Mit wehenden Mänteln und Bärten warfen sie Ringe auf Rentiergeweihe, bewältigten einen Schlitten-Parcours, schmückten Weihnachtsbäume nach Zeit und beantworteten Fragen zum Thema „Weihnachten“. Der Hanseat wurde für seine Leistung mit einem dritten Platz belohnt und bedankte sich für seine Urkunde mit einem herzlichen „Ho, Ho, Ho, Moin, Moin“.
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