Tüftler kämpfen gegen Smog

Robert Heinecke (l.) und Haris Sefo vom Start-up Breeze an der TU Harburg. Foto Stahlpress Medienbüro

Das Start-up „Breeze“ entwickelt in Harburg Technologien für bessere Luft

Von Folke Havekost. Beim Treffen an der TU Harburg ist es heiß und windstill. Eine frische Brise könnten die Studenten auf dem Campus gut gebrauchen. Robert Heinecke und Haris Sefo sitzen im ersten Stock des Gebäudes C vor ihren Rechnern. Die frische Brise ist ihre Passion – und ihr Geschäft. Ein Quartett aus Harburg namens Breeze will für gute Luft sorgen. „Wir helfen Unternehmen und Städten zu verstehen, was in der Luft um sie herum passiert“, sagt der 26-jährige Heinecke, „und was sie tun können, um dies positiv zu gestalten.“
Luftqualitätsmanagement und -monitoring nennt sich das im Unternehmerdeutsch. Mit Umwelt-Sensornetzwerken will das Start-up die schlechte Luft bekämpfen, die in Firmen auch oft zu schlechteren Leistungen führt. „Die Luftqualität wird zwar schon lange gemessen, aber wir bieten kleinere und günstigere Lösungen als die bisherigen Modelle“, wirbt Heinecke.
Man habe verschiedene Weiterentwicklungen in der Sensortechnologie in eine Plattform zusammengeführt, erklärt der Geschäftsführer, der 2014 beim Verfassen seiner Uni-Abschlussarbeit im IT-Management die Idee entwickelte. Heinecke arbeitete gerade in Istanbul, „und da war es so versmogt, dass man keine 20 Meter weit sehen konnte“. Aus der eigenen Erfahrung von Kopfschmerzen und tränenden Augen entwickelte er die Frage: „Was tun Städte, was machen Arbeitgeber dagegen? Smog betrifft einen schließlich auch drinnen.“

Firmenetat im kleineren sechsstelligen Bereich

Heinecke tat sich mit den Werksstudent-Kollegen Sascha Kuntze und Jan Rübbelke zusammen. Anfang 2015 erhielt das „Project Breeze“ EU-Fördermittel bewilligt. Nach Messeauftritten und Vernetzungsarbeit ist seit
einem Jahr auch Haris Sefo als „Head of Science“ dabei. „Ich werte die Daten für die Kunden aus“, erklärt der 31-Jährige. Aus den von den Sensoren gemessenen Spannungs- und Widerstandswerten ließen sich Schadstoffkonzentrationen ermitteln. „Wenn man sich die Zyklen anschaut, kann man die Ursachen zwar noch nicht 100-prozentig feststellen, aber schon erahnen.“ Im Zweifel geht Sefo auch vor Ort, um Verbesserungsmöglichkeiten zu klären.
„Im Moment ist es die größere Aufgabe, die Produktion sicherzustellen, als neue Kunden zu akquirieren“, bilanziert Robert Heinecke nach gut anderthalb Jahren. Der Etat von Breeze liege derzeit „im kleinen sechsstelligen Bereich“. Kooperationen mit großen Unternehmen, die zur Expansion des eigenen Start-ups führen würden, sind für das nächste Jahr vorgesehen.
Politisch ist 2017 ein günstiges Jahr, um in Hamburg für gute Luft zu werben: Erst kürzlich verdonnerte das Verwaltungsgericht den Senat dazu, seinen eigenen Luftreinhalteplan bis spätestens Juni 2017 zu aktualisieren.

Breeze

Harburger Schloßstraße 6, Post: Hoheluftchaussee 45,
❱❱ www.projectbreeze.eu
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.