Thailand: Unterwegs im Goldenen Dreieck

Auf der Plantage Choui Fong wird von Hand geerntet. Foto: kolb
 
Die riesige Statue ist Anziehungspunkt für zahlreiche Besucher.

Einst wurde in der Gegend Opium angebaut – inzwischen kommen Touristen

Christian Kolb, Bangkok

Nicht nur die Strände im Süden und die pulsierende Metropole Bangkok machen Thailand zu einem interessanten Reiseland. Die Grenzregion zu Myanmar und Laos, das Goldene Dreieck, war einst für die Opiumproduktion bekannt. Heute haben die Drogenfelder Platz gemacht für Landwirtschaft und Tourismus. Geblieben sind die reiche Kultur, der buddhistische Glaube und die asiatische Gelassenheit. Bei einer Entde-ckungsreise allein oder in einer kleinen Gruppe kann man das Land und seine Menschen am besten erleben.

Von Opium und Landwirtschaft

Die Reise in die Universitätsstadt Chiang Mai im Norden Thailands führt über Bangkok. Einen ersten Einblick in die Geschichte des goldenen Dreiecks gibt mir die moderne „Hall of Opium“ in der Stadt Chiang Saen. Das Museum zeigt nicht nur die Bedeutung von Opium als Kulturpflanze, sondern auch die Folgen des Drogenmissbrauchs. Heute sorgen königliche Projekte dafür, dass auch die Dörfer armer Bergstämme Alternativen zum Drogenanbau haben. Die königliche Villa „Doi Tung“, die gestaltet ist wie ein Schweizer Chalet, steht im Mittelpunkt eines solchen. Sie erinnert an die Großmutter des neuen Königs, die dazu beitrug, dass die Menschen Informationen und Kredite für den Aufbau von nachhaltiger Landwirtschaft bekamen. Anschließend besuche ich den Mae Fah Luang Garten und das einige Kilometer entfernt gelegene Arboretum.

Über Grenzen hinweg

Anschließend bringt mich Tischler Reisen-Guide Bee zur streng bewachten Grenze. Von einem Stützpunkt der thailändischen Armee aus spähen wir nach Myanmar und erfahren, dass die Soldaten beider Länder sich regelmäßig zum Fußballspielen treffen. Wir setzen uns in ein kleines Restaurant am Grenzfluss Sae und fahren später durch Reisfelder und Wälder weiter nach Chiang Rai. Oberhalb der Stadt gibt es einen Aussichtspunkt auf das Goldene Dreieck. Bevor es dunkel wird, setzen wir mit dem Longboat über nach Laos auf die Insel Don Sao. Auf dem Markt werden gefälschte Designerwaren und Whiskey mit eingelegten Schlangen und Skorpionen gehandelt. Schöner als im Hotel Serene@Chiang Rai kann man in dieser Stadt nicht aufwachen.

Märkte und Handwerk

Die Märkte sind umso interessanter, je weniger Touristen durch die Gänge zwischen den Verkaufsständen streifen. Auf dem Markt in Chiang Saen entdecke ich neben Fingerbananen, Gewürzen und Gemüse auch lebendige Raupen und Fische, die in der Auslage nach Luft schnappen. Bananen liegen noch hellgrün auf dem Grill. Sie werden geschält und lange bei geringer Hitze gegart. „Erdbeerenpflücken ist äußerst beliebt“, informiert mich Bee über einen neuen Trend im Norden des Landes. Immer wieder halten wir während der Reise an, um kleine Handwerksbetriebe zu besichtigen. In der Nähe von Chiang Mai liegt am Rand der Schnellstraße eine kleine Reisnudelfabrik. In einer anderen Stadt ist eine Frau vor ihrem Haus dabei mit bloßen Händen Sojafladen herzustellen. Nahezu industriell arbeitet dagegen eine Reismühle.

Das Kloster der Reitermönche

Äußerst interessant ist auch der Besuch auf der Teeplantage Choui Fong. Die Arbeiterinnen werden dabei nach dem Gewicht der gepflückten Blätter bezahlt. Den Abend verbringe ich im einsam gelegenen Katiliya Mountain Resort & Spa. Auch für Nicht-Buddhisten ist ein Besuch im Kloster Wat Tham Pa Acha Thong eine gute Entscheidung. Wie an vielen Orten versammeln sich auch hier die Mönche in den frühen Morgenstunden, um Almosen zu sammeln. Abt Phra Khruba Nueachai hat sich etwas Besonders überlegt.
Der ehemalige Reitersoldat hat seinen Mönchen erlaubt, die Gaben auf Pferden reitend einzusammeln. Nachdem die Almosen übergeben wurden, segnet der Abt seine Gäste. Mit einem mit Pferdehaar geschmückten Stab sendet er ihnen Kraft. Glück und Segen soll es bringen zwischen die Beine des Pferdes des Abtes zu schlüpfen. Ich schließe mich den Gläubigen an und gelange wohlbehalten zur anderen Seite des Pferdes.

Fortsetzung folgt.
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